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Beweis dieſes ſcheinbar blos theoretiſchen Grundſatzes. §. 30.
Regenwaſſer iſt das von fremden Beimiſchungen reinſte, welches in der Natur vorkommt, beſitzt deshalb auch die we— nigſten naͤhrenden Duͤngtheile, und doch bleibt ſeine Wirkung, angewendet zur Bewaͤſſerung, ſich immer gleich; mag man das ſchon entwaͤſſerte Waſſer noch zehnmal zur Bewaͤſſerung be⸗ nutzen, ſo wirkt es bei der letzten Ueberrieſelung in demſelben Grade, als bei der erſten. Es lehrt hier die Erfahrung, daß alles Waſſer waͤhrend der Berieſelung, eben ſo ſchnell als es deſtituirt, auch abſorbirt, und wenn auch die Wirkung des andern Waſſers bei mehrmaliger Benutzung abnimmt, ſo hoͤrt ſie doch nicht auf und wirkt am Ende immer noch ſo viel, als ein befeuchtender Regen.
Je hoͤher die Temperatur, deſto groͤßer das Abſorptions⸗ vermoͤgen des Waſſers, woraus erklaͤrbar iſt, daß beſonders in trocknen Sommern die Waͤſſerungswieſen ſich ganz beſonders auszeichnen.
2) Aufloͤſend. §. 31.
Unentbehrlich iſt fuͤr alle organiſche Weſen der Trank, ohne ihn kann keins derſelben beſtehen. Durch Feuchtigkeit werden ſie gebildet und erhalten; eben ſo wie in der animaliſchen Welt das Waſſer in dem Zerſetzungsproceſſe der Nahrungsmittel die Hauptrolle ſpielt, eben ſo in der vegetabiliſchen Schoͤpfung; es iſt bei beiden zur Aſſimilation und Verdauung die conditio sine qua non. Ohne Waſſer iſt keiner dieſer Proceſſe denkbar, die naͤhrende Kraft wirkt nur durch die aufloͤſende.
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