100 XVI. Ueber die moͤgliche Verſchwindung ꝛc.
den ſpaͤteren Generationen, indem ſie an Groͤße und Kraft zuruͤckbleiben, was ſich beim erſten Ueberblick uͤber eine Heerde bemerken laͤßt, welche noch zum Theil eine aͤltere Raſſe von einem groͤßeren und kraͤftigeren Bau enthaͤlt. Dieſelbe Beobachtung laͤßt ſich an den Nach— kommen alter ſchwacher Muͤtter und an den letzten Sproͤßlingen entkraͤfteter Staͤhre aus demſelben Jahr— gang ohne viele Muͤhe machen. Außerdem wirken ſchwache Staͤhre ſelbſt auf die Veredluug zu wenig ein.
So waren die Einrichtungen und das Verfahren in der Schaaf⸗Zucht, bei denen man den Werth⸗Ertrag einer feinwolligen Heerde nicht mehr befriedigend fand.
Manche, welche auch ihren Vortheil beſſer verſtan⸗ den, und das Gegentheil befolgten, machten wieder zu große Forderungen an die Ergiebigkeit feinwolliger Schaafe, und mochten ſich nicht mit 2 Pfd. im Durch⸗ ſchnitt mit Ausſchluß der Laͤmmer begnuͤgen.
Aus dieſen Gruͤnden ließen ſich nun ſo ſehr viele Beſitzer bewegen, anſtatt in die richtige Bahn einzulen— ken, faſt ohne alle weitere Beruͤckſichtigung der uͤbrigen Erforderniſſe der Zucht-Thiere nur nach Vielwollig⸗ keit zu ſtreben.
Durch dieſe Richtung der Merinos-Zucht, worin mancher Beſitzer von dem Abnehmer ſeiner Wolle jetzt im entgegengeſetzten Sinne gegen fruͤhere Empfehlungen beſtaͤrkt wird, um jedem Vorwande einer Preis⸗Erhoͤhung vorzubeugen, ſind aber die hochveredelten Heerden in Gefahr, allmaͤhlig von anderen minder edlen Raſſen ver— draͤngt zu werden, was denn um ſo leichter geſchehen kann, wenn unguͤnſtige Zufaͤlle, z. B. naſſe Jahre, hin⸗
zutreten. Auf dieſe Weiſe koͤnnen ganze Striche, Pro— vinzen und Laͤnder ihrer beſten Raſſen los werden. Merinos⸗Schaafe und die ihnen zunaͤchſt ſtehenden


