32 X. Neueſte Schriften uͤber Schaafzucht.
hung wird ihr der ihr gebuͤhrende Werth nicht abge⸗ ſprochen werden koͤnnen. Um aber auch dem angehen⸗ den Zuͤchter zu genuͤgen, dazu fehlt ihr noch Manches, indem uͤber die nothwendigſten Prinzipien uͤber Schaaf⸗ und Woll⸗Eintheilung, ſo wie uͤber die Erfahrungs⸗Saͤtze uͤber Zucht, Huͤtung und Fuͤtterung kuͤrzer weggeſchritten wird, als der Zweck auch eines kuͤrzeſt gefaßten Lehr⸗ buches erfordert. Auch duͤrfte manche Anſicht des Herrn Verſaſſers nicht getheilt werden. Die naͤchſte Einthei— lung aller vorhandenen Merinos z. B. als die allge⸗ meinſte unterſcheidet zwei Hauptraſſen, die Infantados und Elektorals. Der erſten wird als in der Regel ein klebriger Schweiß und die ſchlechtere Wolle zuge⸗ ſchrieben, mit Ausſchluß der Kraͤftigkeit. Die Infantado⸗ Heerde machte aber nur eine Raſſe der Merinos aus, und da die Leoneſiſche Wolle die vorzuͤglichſte war, wor⸗ unter auch die Infantados gehoͤrten, ſo koͤnnen unter jener Benennung nicht alle Merinos verſtanden werden. Aber auch als Raſſe betrachtet kommen derſelben die oben erwaͤhnten Eigenſchaften weder ausſchließlich noch in der Mehrheit der Individuen zu. Die Veranlaſſung dieſes Irrthums ſtammt noch aus einer Zeit her, da man meiſtens nur veredelte und ſich ſelbſt uͤberlaſſene Heerden vor Augen hatte.
Das Gegentheil erweiſet ſich ſo wohl aus dem Ge⸗ ſchichtlichen der erſten ſaͤchſiſchen Merinos⸗Staͤmme, welche zugleich aus der Infantado-Heerde entnommen waren,
als aus anderen Staͤmmen in anderen Laͤndern. Alle
Merinos⸗Heerden in der Provinz Leon enthielten, was die Wolle betrifft, einen Durchſchnitt deſſen, was bei ſich ſelbſt uͤberlaſſenen Heerden die Natur in ihren Spiel⸗ Raͤumen giebt; auch iſt es nicht erwieſen, daß eine der⸗
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