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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
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fuͤr Oſtpreußen. 29

beſchraͤnkter disponibler Anzahl, und zu ſo verſchiedenen Preiſen billiger Weiſe nicht anders erwarten.

Was daran bei der Uebernahme fehlte, wurde nicht bezahlt.

Die Unkoſten konnten bei ſo bedeutenden Maſſen nicht unbedeutend bleiben. Eben ſo wenig waren An ſteckungen unterwegs zu vermeiden. Viele Stuͤcke kamen daher mit Raͤude oder Blattern an. Auch Klauen⸗-Uebel fand ſich unter ihnen.

Die Vertheilung der Schaafe geſchah durch andere Bevollmaͤchtigte. Das Schlimmſte war, daß nicht jedem Haufen ein erfahrner Schaͤfer mitgegeben werden konnte, woran die Provinz Mangel litt, wie zum Theil jetzt noch.

Der ſchlechteſte Haufen von ohngefaͤhr 400 Stuͤck, welche von Niemand verlangt wurden, kam endlich mit allem behaftet, was nur ein Schaaf befallen kann, im Schlag- und Schneewetter nach Jaeſchkendorf. Der Beſitzer, Herr Reichs⸗Graf von Finkenſtein, erfreut ſich gegenwaͤrtig aus dieſem Stamme einer der ſchoͤnſten Heerden in der Provinz.

Ohngefaͤhr zwei bis drittehalb Jahre nach der Ein fuͤhrung dieſer Schaafe, fuͤr welche alſo kaum noch die Streue gemacht war, wunderten ſich Schriftſteller, die zugleich Oekonomen waren, daruͤber, daß man in den wirthſchaftlichen Verhaͤltniſſen der Empfaͤnger der Schaafe noch keine Veraͤnderungen bemerken koͤnne. Den Refe renten konnte es nicht unbekannt geblieben ſein, daß die meiſten der vertheilten Haufen nur 50 bis 200 Stuͤck betrugen. Dergleichen foͤrdert man aber zu Tage, wenn es den Schreibern an gemeinnuͤtzlichem Stoffe fehlt.

Die Folgen konnte fuͤr eine im gegenwaͤrtigen Welt handel ſo iſolirt ſtehende Provinz nicht anders als ſeegensreich ſein. Nicht nur, daß die meiſten Land⸗