2 I. Die Einfuͤhrung und Verbreitung
Die Englaͤnder verſorgten ſich zwar im Jahr 1450
im Gegenſatz mit 3000 Stuͤck aus Spanien, allein es
iſt, wie ſchon erwaͤhnt, die Frage, ob ſchon damals
Merinos in Spanien vorhanden waren. Auch laͤßt das
Daſein einer verbeſſerten Art gemeiner Wolle am Nieder—
rhein, namentlich in dem Fuͤrſtenthum Neuwied, auf die
fruͤhere Einfuͤhrung einer verbeſſerten auslaͤndiſchen Raſſe ſchließen. Auch Sachſen und Schleſien beſaßen vor der
Einfuͤhrung der Merinos beſſere, als die gewoͤhnlichen
Schaafe. Selbſt Koͤnig Friedrich II. verſah die letztge⸗
nannte Provinz noch im Jahr 1748 mit beſſeren Staͤm⸗
men. Allein dies waren immer noch keine Merinos. Die erſte Verpflanzung derſelben von Spanien aus geſchah im Jahr
1743 nach Schweden;
1763 nach Oeſtreich;
1765 kamen die erſten 200 Stuͤck nach Sachſen als ein Geſchenk Koͤnig Carls III. von Spanien an den ſaͤchſiſchen Hof zur Wiederaufhuͤlfe des erſchoͤpften Staats;
1766 legte Daubenton ehen verſchiedenen Schaafarten aus Rouſillon, England, Marocco und Tibet, auch einen Stamm Merinos zu Montbard, Buͤffons Landgut, an;
1775 kam ein Stamm Merinos nach Mercopail in Ungern;
1776 kamen 200 Stuͤck nach Frankreich zur Vertheilung unter mehrere Privatbeſitzer;
1778 kamen die letzten 200 Schaafe und 200 Staͤhre nach Sachſen;
1786 kamen 367 Stuͤck beiderlei Geſchlechts nach Frank⸗ reich, auf die Domaͤne Ramboulllet;
1786 kam ein kleiner Stamm nach Wuͤrtemberg;


