Erſte Periode. Zuͤchtung der groben Landſchaafe.
I. Kapitel.
Zuſtand der Schaafwirthſchaft in dieſem Zeitraume.
Da ſie die erſte Haͤlfte des vorigen Jahrhunderts einnimmt, ſo iſt nicht viel Erbauliches und am wenig⸗ ſten Unbekanntes davon zu ſagen; denn Merinos hatte man damals in Deutſchland noch nicht und das grobwol⸗ lige Vieh intereſſirt heut zu Tage keinen Menſchen mehr. Wir wollen uns alſo auch nicht lange dabey aufhalten und nur bloß zu erfahren ſuchen, wie die Schaafzuͤchter damaliger Zeit ihre Schaafe naͤhrten und wie die Wolle beſchaffen war, welche ſie erzeugten.
Die Wolle war in jener Zeit ſehr billig und die Schaͤfereien wurden hauptſaͤchlich nur des Duͤngers wegen gehalten; den Erloͤs dafuͤr ſah man nur als eine Neben⸗ einnahme an. Das Hauptaugenmerk der Landwirthe war aber auf moͤglichſt hoͤchſten Getreidegewinn gerichtet. Es gehoͤrt nicht hierher, zu unterſuchen, inwiefern man da⸗ mit ſeinen Zweck erreichte, ich bemerke alſo nur beilaͤufig,
1


