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Fortſetzung auf das Jahr 1786.
Nen Jahr iſt fuͤr die Warthebruͤcher eins der traurigſten geweſen, ſeitdem ſie verwallet worden, ohnerachtet der Anfang deſſelben ſo guͤnſtig zu ſeyn ſchien, da das Winterwaſſer und Eis ohne allen Schaden abgingen, und darauf das Fruͤhjahr ziemlich trocken wurde, welches die Bewohner der Bruͤcher ermunterte alle moͤgliche Arbeit und Koſten auf die Beſtellung ihrer Laͤndereien zu verwen— den. Es war ein herrlicher Anblick, ſonſt oͤde geweſene Gegenden mit man— nigfaltigem Getreide und Fruchtarten prangen, und die Beſitzer endlich in Hoffnung reicher Erndten ruhig und zufrieden zu ſehen.
Allein gegen das Ende des Junii fieng das Regenwetter an, und dauerte faſt ununterbrochen den ganzen Sommer und Herbſt.
Die Stroͤme fiengen aus dieſer natuͤrlichen Urſach an nach und nach an⸗ zulaufen. Schon im Auguſt wurden die beſten Gegenden des Warthebruchs, theils vom Binnenwaſſer, theils von dem Ruͤckſtau der Oder uͤberſchwemmt, und gegen Ende des Monats und Anfangs September, da die Oder zu einer
fuͤr Sommerwaſſer ganz ungewoͤhnlichen Hoͤhe, von 10/— 11“, angewachſen
war, ſtand das Waſſer uͤber die ſchoͤnen Laͤndereien zu 2 bis 3 Fuß. Alles Getreide, alles Heu war gaͤnzlich zu Grunde gerichtet, und alles Gras ver— dorben, ſo daß das Vieh auf duͤrren Sandbergen hungern mußte.
Der Anblick war klaͤglich, die Aehren aus dem Waſſer hervorblikken, und die armen Leute beſchaͤftiget zu ſehen, ſie in halber Verzweiflung unreif abzu⸗ pfluͤkken, aber noch trauriger war der Anblick als das Waſſer ablief, und Schlamm, und unertraͤglichen Geruch von den modernden Gewaͤchſen zuruͤck ließ. So waren auf einmal alle Hoffnungen dahin, und die ungluͤcklichen Bewohner die— ſer Gegenden waͤren ganz verlohren geweſen, haͤtte nicht unſer guͤtiger, huld⸗ reicher Monarch ihrer gegenwaͤrtigen druͤkkenden Noth durch eine anſehnliche Quantitaͤt Brodkorn abgeholfen.
Aber wie wird es in Zukunft gehen? hoͤre ich ſchon fragen; wie ſoll!
ſolchem Ungluͤck vorgebeugt werden? und wird man ſich nun wohl uͤberzeugen koͤnnen, daß die Anlagen Beſtand haben werden?
Die Sprache des gemeinen Mannes, die ſo ganz unverſtellt und ohne
Kunſt ſich uͤber natuͤrliche Vorfaͤlle ausdruͤckt, kann hier mehr eutſcheiden, als
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