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Anleitung zum praktischen Wiesenbau : mit besonderer Berücksichtigung des Zustandes und der Bedürfnisse der norddeutschen Wiesenwirthschaft / entworfen von Alexander von Lengerke
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man Föͤrſter, ſo kommen auf einen Morgen Wieſenland ungefähr 3 ¾ Morgen Ackerland, und es ſind in specie vorhanden in

Brandenburg..... 1,435,000 Morgen Wieſenland,

Peommern.... 1,700,000 Schleſien.....2,150,000 Sachſen...... 1,600,000 Weſtphalen..... 1,131,000 Rheinland...... 960,000

In den beiden erſtgenannten Provinzen findet ſich eine überwie⸗ gende Anzahl Wieſen von mittelmäßiger und ſchlechter Beſchaffenheit. In der Mehrzahl der Fälle liegen ſelbige entweder an großen Flüſſen oder Strömen, oder in Niederungen mit ſehr geringem Gefälle. Die beſten Wieſen hat Brandenburg an der Oder, dann an der Havel, an der Spree ꝛc.; Pommern erfreut ſich fruchtbarer Wieſen in der

Naähe des Ryckfluſſes, der Bache ꝛc., an ſeinen Salzwieſen und überhaupt in den fruchtbaren Küſtenſtrichen. Viel beſſer in der hier

beſprochenen Beziehung ſind Schleſien und Sachſen daran. Wieſen, wie die im ſchleſiſchen Gebirge, oft mit ſechsmaligem reichen Gras⸗ ſchnitte, dann an den Fluſſen Bartſch, Bober, Oppa u. ſ. w., im Magdeburgiſchen, an der Elbe ꝛc., wird Keiner das Prädicat hoher

Trefflichkeit verweigern, und überhaupt werden auch in den min⸗

derguten Wieſengegenden ſo regelmäßige Übelſtände, wie Branden⸗ burgs und Pommerns meiſte Grasgründe ſie darbieten, nicht ange⸗ troffen. Das Lob, welches einige Statiſtiker den weſtphäliſchen Wieſen ſpenden, durfen wir keineswegs allgemein nachſprechen; es möchte vielmehr anzunehmen ſeyn, daß es in manchen Gegenden des Flach⸗ landes mehr ſchlechte Wieſengründe gebe, als irgendwo ſonſt im preu⸗ ßiſchen Deutſchland. Im Reg. Bezirk Münſter ſieht es am ſchlechteſten mit der Wieſenwirthſchaft aus; im Mindenſchen wendet man ihr ſchon gröͤßere Aufmerkſamkeit zu; in Arnsberg, zu Siegen, hat ſie be⸗ kanntlich den Höhepunct der Cultur erreicht. Die Rheinprovinz leidet trotz des neuerlich erwachten Sinnes für Wieſen⸗Meliorationen fortwährend noch ebenſowohl an guten Wieſen, als an Wieſen über⸗ haupt Mangel. Schwerz nimmt das Verhältniß der Ausdehnung der Wieſen zu der des Ackers im Durchſchnitt nicht ſtärker als 1: 20 an. Durch ſeinen verhältnißmäßigen Reichthum an Wieſen zeichnet ſich der Kreis Geilenkirchen aus. Vortreffliche Wieſen finden ſich auf dem Hundsrück in den von der Saar durchnäßten Gründen.

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