Erster Abschnitt. Zur Statiſtik des deutſchen Wieſenbaues.
„Dieſes geheimniß⸗ und kunſtvolle Gewebe der Natur, das in gemäßigten Zonen weder Hitze noch Kälte zerſtören können, gleicht einer immer gedeckten Tafel.“ von Schwerz.
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§. 1. Nutzen dieſer Überſicht.
Der Andeutung, wie wichtig es für den Einzelnen ſey, vermehr⸗ tes Nachdenken und angeſtrengtere Thätigkeit dem zum Vorwurfe dieſer Blätter gemachten Culturgegenſtande zuzuwenden, möge eine allgemeine Hinweiſung auf den Umfang desſelben in den verſchiedenſten Gegen⸗ den unſeres deutſchen Vaterlandes vorangehen. Es wird ſich dadurch auch bei dem nicht ſpeciell auf Handwerk und Wiſſenſchaft unſeres Ge⸗ werbes und die Früchte beider Angewieſenen der Begriff von dem
wichtigen Einfluſſe einer blühenden Wieſencultur auf die Productions⸗
verhältniſſe und das Nationaleinkommen erhöhen. Aber auch Diejeni⸗ gen, welche materielles Intereſſe und ein hierauf baſirtes geiſtiges Bedürfniß zum Studium unſerer Mittheilungen anreizt, werden durch vorherige Auffaſſung des allgemeinen Standpunctes unſerer Wieſen⸗ wirthſchaft inne werden, daß ſchon von vorn herein und abgeſehen von den durch die ſeit vielen Jahrhunderten betriebene Landwirthſchafts⸗ kunſt formirten Zuſtänden in der natürlichen Vertheilung der pro⸗ ductiven Erdoberfläche die dringendſte Anforderung zur umſichtigſten Pflege und Benutzung der vom weiſen Schöpfer unmittelbar mit un⸗ vergänglichem Grün geſchmückten Matten begründet iſt.
§. 2. Allgemeines Verhältniß des Wieſenlandes zum Acker. Im Ganzen wird man annehmen können, daß in Deutſchland ſich das mit natürlichen Wieſen ausgeſtattete Areal zu dem des Ackerlandes wie 1: 5 verhält. Übrigens finden wir einzelne Provinzen, wie z. B. Baiern, wo es nicht viel über das Doppelte an dem Pfluge unter⸗ worfenen Ländereien gegen die häufigen Wieſen und Weiden gibt. Es iſt eine ziemlich allgemein zutreffende Wahrnehmung, daß der Ertrag der Wieſenwirthſchaft zu ihrem Umfange in umgekehrtem Verhältniſſe
ſteht.
Lengerke's Wieſenbau. 1


