er⸗ ſten
Von der Seidenerzeugung ꝛc. 25
ſind bloß Handelsſpeculationen zuzuſchreiben, und waren vor— übergehend.
Von den Seidenſpinnereien.
Die Galetten werden von den Inhabern der Seidenſpinne— reien— Filande— gekauft, welche die abgeſponnene Seide dann entweder an verſchiedene, mit Seiden handelnde Kauf— leute in der Provinz, oder auch wohl unmittelbar nach Frank— reich, England oder Deutſchland verkaufen.
Es gibt allenthalben eine große Menge von Filande, und es iſt ein froͤhlicher Anblick, wenn man in einen großen bedeck— ten Gang zu ebener Erde eintritt, und in zwei Reihen die an kleinen Keſſeln ſitzenden Spinnerinnen— Maestre— jede mit ihrer Haspendreherinn— Inserviente— unter fröhlichem Ge— ſprach oder Geſang arbeiten ſieht. Es ſind gewöhnlich junge, nicht ſelten hübſche und geputzte Madchen, die im Sommer von Morgens 4 Uhr bis Abends 3 Uhr arbeiten, und nur Mittags eine Stunde Raſt machen, während welcher ſie ihren Reiß eſſen.
In Vareſe bekam eine Spinnerinn 26 ½¾ Soldi, und ihre Gehülfinn 10 Soldi nebſt Reiß Mittags; anderswo bekamen ſie 25 Soldi, dafür aber auch ein Abendmahl. Zu Ende Juni und Anfangs Juli bringt eine Spinnerinn des Tags 25, ſpäter 16 Oncie Seide auf. Es iſt eine Arbeit, bei der ſie ihre Finger den ganzen Tag abwechſelnd in heißes Waſſer von 70—750 R., und zur Abkühlung wieder in kaltes danebenſtehendes Waſſer tauchen, und mit großer Aufmerkſamkeit Acht haben müſſen, daß der Faden, der auf einmal geſponnen wird, und aus 3— 4 bis 6 Galettenfäden zuſammengeſetzt iſt, gleichförmig und un— unterbrochen dieſelbe Zahl dieſer Faden erhalte.
Ich habe gehört, daß man in Roveredo eine Filanda von 200 Keſſeln habe: ich habe aber keine größere, als die des Kaufmanns Cariſſimi in Bergamo mit 60 Keſſeln geſehen,


