Teil eines Werkes 
2 (1832) Reise durch Ober-Italien. 2
Entstehung
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23 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien.

auch wohl ſpaͤter, im Falle eines außerordentlichen Bedarfes, den muthmaßlichen Ertrag der einzelnen Baͤume abſchätzen, und verſtändiget ſich über den Preis des Gewichtes.

Keine Waare iſt ſo ſehr den größten Preisveraͤnderungen ausgeſetzt, als die Maulbeerblätter. In den erſten Wochen des Lebens der Seidenraupen bedürfen dieſe wenig Nahrung, und wenn auch jetzt die Maulbeerbaͤume ihre Blätter noch nicht ganz entwickelt haben, ſo iſt doch allgemein ein Überfluß von Futter vorhanden. In den letzten zwei Wochen aber, wo die Raupen unglaublich viel freſſen, erhebt ſich überall der Preis, und ſteigt wohl auf eine unverhaltnißmaͤßige Höhe, wenn der Hagel eine Gegend verheert, und die ihres Laubes beraubten Raupenzüch⸗ ter ihren Bedarf in der Nachbarſchaft ankaufen müſſen. Eben ſo gäh fällt er wieder, wenn die Raupen anfangen ſich ein zuſpinnen.

In Vareſe wird mit den Blättern ein ſehr bedeutender Handel getrieben, und manche Landwirthe beziehen von ihren Baäumen einen unglaublichen Gewinn. Die Blaͤtter werden nicht zu Markte gebracht, ſondern der, welcher kaufen will, wendet ſich an einen Mäkler, der ihm einen Verkaͤufer zuweiſet. Man ſchätzt das Gewicht der Blätter am Baume und behandelt den Preis; der Käufer nimmt dann ſelbſt die Blätter ab. Heuer (1828) wurde der Zentner Blätter am theuerſten(24. Mai) um 20 Lire, und am wohlfeilſten(153. Juni) zu 15 Lire ver⸗ kauft; d. i.: 3 fl. 15 kr. bis 4 fl. 20 kr. der Zentner W. G.

In Bergamo mußten die Coloni ihren Herren 30 Soldi pr. Peſo zahlen. 1 Peſo in Bergamo= 10 Libbre a 30 On⸗ cie= 14,51 Pf. W. G. Zu 30 Soldi gerechnet, betragt der Wiener Zentner 5 fl. 2 kr. In der letzten Periode ward aber in Bergamo der Peſo nur mehr zu 20 Sold gezahlt; wor⸗

nach ſich der Zentner auf 2 fl. berechnet.

In Tramezzina, am See von Como, ward heuer der Zentner Blätter um 15 20 Lire mil. verkauft; ſo wie in Vareſe.