Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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ngen Vor⸗ ulden, die ahlt wur⸗ ner einiger nach dem iden herab⸗ ar nur auf deben, weil nicht auf⸗ den.

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D. Von der Cultur der Limonien⸗, Frucht⸗ und Kaſtanienbäume.

Ich hatte von Jugend auf gehört und geleſen, daß an den Ufern des Garda⸗Sees Limonien⸗ und Pomeranzenbaͤume im Freien wachſen, und weil ich dieſe angebliche Thatſache mit der hohen nördlichen Breite, und mit der Nähe der hohen Alpen nicht zuſammenreimen konnte, ſo war ich begierig dieſe Bäume und die Lage, in der ſie gedeihen, ſelbſt zu ſehen, und mich über ihre Cultur und ihren Ertrag zu erkundigen. Ich ward unangenehm enttäuſcht, als ich ſah, daß dieſe Bäume, ſo wie bei uns, in eigens dafür gebauten Häuſern ſtehen, und daß der ganze Unterſchied darin beſteht, daß hier dieſe Cultur im Gro ßen betrieben wird, und daß man die gegen Süden gekehrte Wand des Gewächshauſes nicht mit Gläſern, ſondern mit höl zernen Balken deckt.

Man bauet zu dieſem Behufe gemauerte Behältniſſe, wovon eines Fig. III. dargeſtellt iſt. Dieſe Gewaͤchshäuſer ſind den Som⸗ mer über offen, und erhalten Anfangs November die Bretter⸗ verkleidung, welche vor Ende Marz nicht weggenommen wird. Sind die Wintertage ſchön und warm, ſo werden die Fenſter balken geöffnet; ſind ſie kalt, ſo bleiben ſie verſchloſſen. Steigt die Kälte bis zum Gefrierpuncte, was die Leute nicht am Ther mometer, ſondern auf einer zwiſchen den Baͤumen aufgehange nen, mit Waſſer gefüllten Flaſche erkennen wollen, deren In halt aber, beiläͤufig geſagt, wohl nur erſt bei 3 bis 40 Kalte frieren wird, ſo wird der Ofen geheizt, wenn einer da iſt, im entgegengeſetzten Falle wird freies Feuer angezündet.

Das Limonienhaus, deſſen Abbildung beiliegt, gehört den Brüdern Vianelli in Sald. Es iſt das größte in der Nähe dieſer Stadt, und enthält in jeder Reihe zwanzig Baͤume. Die Lange dieſes Hauſes iſt 100 Schritte, die Breite jeder