Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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3. Mai. Venedig. 17

völkerung noch vermindert werden, ſo daß ſie etwa 75,000 See⸗ len betraͤgt, die für den Bedarf des Handels und der Gewerbe, und für die Bedürfniſſe derer, die vermög ihres Amtes, als Staatsdiener, Militaͤr, Geiſtliche, da leben müſſen, mehr als genügen, ſo iſt es einleuchtend, daß man die elenden Häuſer in den von dem Centrum der Stadt entfernten Vierteln, Seſtie ri, allgemach verlaſſen, zu Spottpreiſen verkaufen und endlich in Gärten verwandeln wird, um den Platz zu verſchönern und Kutzen von ihm zu ziehen. Nicht die ſchönen, maſſiven Kirchen werden eingehen, ſondern die ſchlecht gebauten, kleinen, unan ſehnlichen, die keine eigenen Fonds haben, oder in ſchlecht be⸗ wohnten Gegenden liegen. Für die Erhaltung der klaſſiſchen Ge⸗ baude werden die vermehrten ſtädtiſchen Revenüen die erforderli chen Mittel ſchaffen.

Als ich vom Thurme herabgekommen war, beſah ich die ſchöͤ nen Waarengewölbe in der Merceria, und ging ohne einen beſtimmten Zweck und ohne Führer vorwärts.

Ich kam zur Kirche San Salvatore, wo gerade Vesper geſungen wurde. Der Geſang gefiel mir nicht, wohl aber die Kir che, deren zwei Säulenreihen einen ungemein harmoniſchen Ein druck machen. Das Bodenpfaaſter iſt faſt eben ſo ſchön, wie das in der Kirche von San Giorgioz die Stücke ſind von verſchie⸗ denen Farben und ſtellen künſtliche Figuren dar; ſie ſind ſehr genau gefügt und der Boden iſt völlig unverſehrt.

Die Bilder der Heiligen, die am Hochaltare aufgeſtellt wa⸗ ren, ſind getriebene Arbeit in Gold oder wenigſtens vergoldet; die Leuchter und das Antipendium ſind von Silber.

In der Kirche ſind viele, zum Theile ſehr ſchöne Monumen te; das praͤchtigſte darunter iſt jenes der Caterina Corner, die ihr Königreich Cypern der Republik ſchenkte, der es die Tür⸗ ken aber ſchleunig wieder abnahmen.

Je weiter ich in dieſem Theile der Stadt vorwärts ging, je elender ſahen die Hauſer, je aͤrmer die Menſchen aus. Ich gerieth mittlerweilen in ein ſolches Labyrinth von Gaſſen, aus

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