Vorrede. XI
weil ich ſie nicht zu Gegenſtänden beſonderer Abhandlungen machen wollte.— Wenn ich mich bei den Sehenswürdigkeiten von Venedig etwas länger aufgehalten habe, als es dem Zwecke dieſes Werkes zukommt, ſo hoffe ich vom Leſer Ver— zeihung wegen des großen Eindruckes, den dieſe in ihrer Art einzige Stadt auf jeden Menſchen machen muß, der für Kunſt, Alterthum und Geſchichte nicht völlig ſtumpf iſt.
Meine Nachrichten beſchränken ſich zwar nur auf das lombardiſch-venezianiſche Königreich. Weil aber der Betrieb der Landwirthſchaft in Piemont von dem in der Lombardie nicht abweicht, ſo kann man füglich annehmen, daß mein Gemälde der Landwirthſchaft ſich nicht bloß auf die lombardiſch⸗venezianiſchen Provinzen, ſondern auf ganz Ober⸗Jtalien bezieht.
Was den Nutzen des vorliegenden Werkes betrifft, ſo ſoll derſelbe ſowohl wiſſenſchaftlich als auch prac tiſch ſein.— Wiſſenſchaftlich, in ſo ferne es von einem all— gemeinen Intereſſe iſt zu wiſſen, wie die Landwirthſchaft in einem der cultivirteſten Länder der Welt betrieben wird, um aus der Beſchreibung des Verfahrens und der Reſultate, mit Rückſicht auf die Verhältniſſe, welche durch Clima und Boden bedingt werden, allgemeine Regeln für den Ackerbau abzuleiten, und practiſch, in ſo fern ein in Italien be— ſtehendes zweckmäßigeres Verfahren bei den mancherlei Zwei— gen des Landhaushaltes mit Nutzen anderswo nachgeahmt zu werden verdient, wie dieß z. B. mit der Bewäſſerung der Wieſen, der Kaͤſefabrication, der Cultur der Maulbeerbäu⸗ me, der Fall ſein dürfte, welche die Lombarden ungleich beſſer verſtehen, wie ihre Nachbarn, und worin ſie Italienern und Deutſchen als Muſter aufgeſtellt zu werden verdienen.


