278
Lage und der Boden, nicht das Zufaͤllige und Vergaͤng— liche, die Perſon des Landwirths, kann den Werth und die Landrente eines Guts beſtimmen.
Die Landrente des einzelnen Guts, kann alſo nicht durch den Reinertrag deſſelben beſtimmt werden; aber die Landrente entſpringt wiederum nur aus dem Reinertrag, weil die Landrente nichts anders iſt, als der Reinertrag nach Abzug der Zinſen des in den Gebaͤuden und andern ſich auf dem Gute befindenden Werthsgegenſtaͤnden ſtecken— den Kapitals.
Derjenige Reinertrag nun, den ein Gut in der landuͤblichen Wirthſchaft, bei einer gewoͤhnlichen, weder ausgezeichnet großen noch geringen Thaͤtigkeit und Kennt— niß des Bewirthſchafters gibt oder geben kann, dient zur Norm fuͤr die Beſtimmung der Landrente.
Die Wirkung einer gewoͤhnlichen Thaͤtigkeit und Kenntniß iſt aber nur zu beſtimmen aus der Groͤße des Produkts, welches durch die Bemuͤhung aller Landwirthe eines ganzen Landes oder einer Provinz hervorgebracht wird.
Die Totalſumme des Reinertrags aller Guͤter eines ganzen Landes nach Abzug der Zinſen vom Werth der Gebaͤude u. ſ. w. gibt die Summe der Landrente, und dieſe, nach Verhaͤltniß der Guͤte des Bodens und der Lage auf die einzelnen Guͤter vertheilt, gibt die Landrente des einzelnen Guts.
Es ergibt ſich hieraus, wie ſchwierig es ſeyn muß, die wirkliche Landrente eines Guts auszumitteln, und es waͤre ſchon deshalb nicht zu verwundern, wenn wir ſin— den, daß in der Praxis faſt alle Verſuche dieſer Art hoͤchſt verfehlt ſind; aber gar ſehr verſchlimmert iſt die Sache dadurch, daß man in der Regel bei den Abſchaͤtzun— gen von ganz falſchen Grundſaͤtzen ausgegangen iſt. Man kann ſich nicht uͤberzeugen, daß es kultivirten Acker gibt,


