Wenn die Hackfrüchte zur techniſchen Verwerthung mittelſt Branntenweinbrennerei oder Runkelnzuckerbereitung* verwendet werden können, ſo ſtellt ſich der Ertrag nach einem Durchſchnitte,
* Ueber die Verhältniſſe des Betriebs und Ertrags dieſer Gewerbe kann man nicht wohl einen competentern Landwirth hören, als Koppe, welcher die Landwirthſchaft ſelbſt ſowohl, als auch mit derſelben dieſe beiden Gewerbe in groͤßter Ausdehnung nebeneinander betreibt. In ſeinem neueſten Schriftchen von 1841.„Ueber die Erzeugung des Rübenzuckers ꝛc.“, ſagt er:
„In der zweckmaͤßigen Verbindung der Ruͤbenzuckererzeugung mit dem ganzen Ackerbau liegt ein großer Segen, und für alle Fabriken, welche hierauf baſirt ſind, iſt das Beſtehen nicht nur, ſondern ſelbſt das Fort— ſchreiten geſichert, ſo wie die Geſchäfte des Rübenbaues und der Zuckerer— zeugung von vielen Leuten eingeübt ſind, wonach mit denſelben Häaänden das Doppelte und mehr beſchafft wird, als ungeübte Arbeiter zu leiſten vermögen.“
„In Verbindung mit dem Ackerbau wird alſo eine Rübenzuckerfabrik ſehr ungünſtige Conjuncturen aushalten können, in gleicher Art, wie die Kartoffelbrennereien. Müſſen die letzteren die Kartoffeln kaufen und können ſich nicht die Vortheile eines wohlfeilen Viehfutters berechnen, oder die Brennerei als eine Gelegenheit betrachten, Torf und geringes Holz zu verwerthen, ſo können ſie eben ſo wenig beſtehen, als Zuckerfabriken, die nur zu hohen Preiſen die Rüben erhalten können.“
„Der Kartoffelbau und die aus ſolchen hervorgegangene Spiritus— fabrikation geben einen hiſtoriſchen Anhalt, auf das künftige Schickſal der Rübenzuckerfabriken zu ſchließen. Vor 30 und mehreren Jahren ſchwebte den Landwirthen, welche ſich für die Fortſchritte ihres Gewerbes intereſ— ſirten eine dunkle Idee von demjenigen Zuſtande vor, welcher durch aus— gedehnten Kartoffelbau in den meiſten Landwirthſchaften zu erringen ſey. Waͤre aber im Jahr 1810 ein Mann aufgetreten und haäͤtte mit propheti— ſchem Geiſte verkündigt, welche Maſſe Kartoffeln im Jahre 1840 erbauet; welche Quantitäten Spiritus davon gewonnen werden und daß die großen (berliner) Getraidebrennereien eingehen würden; daß ferner der Preis des Branntenweins gegen damalige Zeit auf die Hälfte herabſinken und daß dennoch im Jahre 1840 gegen frühere Beſteuerung das Vierfache von dieſem Gewerbe als Abgabe an den Staat bezahlt werden könne; ein ſol— cher Prophet wäre als Phantaſt verlacht worden.“
„Wo der Kartoffelbau vermittelnd zwiſchen dem Bau der Halmfrüchte und den mäaͤhbaren oder abzuwaidenden Futtergewächſen in der Fruchtfolge aufgenommen iſt, da werden auf den geringeren Bodenarten mehr Ge⸗ treidefrüchte erzeugt, als bei der frühern reinen Getreidewirthſchaft. Was die Kartoffeln für den Boden mit vorherrſchendem Sandgehalt leiſten, das werden die Runkelruͤben für den humoſen Thon- und Lehmboden thun.
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