man diejenigen für die glücklichſten Wirthſchaften hielt, wo der größte Theil des Ertrags aus gutem natürlichem Graslande durch Viehnutzung mittelſt Maſtung und Molkerei gezogen wurde, und daß dieſes auch die geſuchteſten Wirthſchaften waren, welchen ein weit größerer Werth beigelegt wurde, als ſolchen, wo faſt alles durch den Pflug hervorgebracht werden mußte.
Von jener Zeit der großen Regſamkeit in der engliſchen Land⸗ wirthſchaft an wurde ſie auch der Gegenſtand der Aufmerkſamkeit des Auslandes; ſie erhielt ſich aber hier damals, wohl wegen der falſchen Richtung, welche ſie anzunehmen ſchien und wegen viel— leicht mancher bekannt gewordener mißlungener Verſuche, noch nicht in Credit.
In England ſelbſt ſtanden dann in den 1770er Jahren Männer auf, welche ſich bemühten, die in der Landwirthſchaft daſelbſt immer weiter ſchreitende Reform in rationellern Gang zu bringen.
Oben an ſteht A. Young; dann auch Marſhallz rückſichtlich der Fortſchritte in der Viehzucht: Bakewell, Culley. Es bildeten ſich viele Ackerbaugeſellſchaften, und John Sinelair ſtiftete den bekannten Board of agriculture.
Eine große Zahl von landwirthſchaftlichen Zeitſchriften ver— breitete Belehrungen und übte den wohlthätigſten Einfluß aus.
Das Fehlerhafte der bisher verſuchten— den Boden er— ſchöpfenden— Ackerwirthſchaftsſyſteme wurde erkannt.
Der Rübenbau und zugleich anderer künſtlicher Futterbau an Klee ꝛc., zwar beides ſchon ſeit der Mitte des 17. Jahrhunderts in England wenigſtens bekannt, wurden jetzt regelmäßig in einen Fruchtwechſel aufgenommen. Es bildete ſich immer mehr ein Wechſelwirthſchaftsſyſtem aus, d. h. im engern Sinne der Eng— länder: Wechſel zwiſchen Getreidebau und Niederlegung zu Gras⸗ land theilweiſe für Waide; oder aber im weitern Sinne: Wechſel zwiſchen Getreidebau und zwiſchen Anbau von Produkten zur
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