Druckschrift 
Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen : als Schlußstein dessen, was der Verfasser bereits über veredelte Schafzucht geschrieben / von J. G. Elsner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

221

Rohſtoff vom Auslande theuer und mit vielen Unkoſten beziehen muͤßten? Da wuͤrden wir demſelben in hohem Grade tributbar bleiben.

Von welcher Seite wir alſo auch immer das Edelſchaf betrachten, uͤberall erſcheint es uns nicht allein fuͤr die Landwirthſchaft, ſondern auch fuͤr den gewerblichen und mercantiliſchen Verkehr als im hohen Grade wichtig und wohlthaͤtig, und nur diejenigen, welche eine ſo ſchwache Faſſungskraft haben, daß ſie den Gegenſtand nur beſchraͤnkt und in Beziehungen anſehen, wo ſeine Wohlthaͤtigkeit nicht klar hervor treten kann, werden das Edelſchaf als der Bevoͤlkerung eines Landes in den Weg tretend betrachten koͤnnen. Daß ſich uͤbrigens ſeine Wichtigkeit und Wohlthaͤtigkeit nach den innern Verhaͤltniſſen eines Landes modificirt, das liegt in der Natur der Sache. Denn vergleichen wir z. B. England mit Deutſchland, ſo iſt bekannt, daß dort das Edelſchaf nicht den Gewinn traͤgt, wie hier, folglich auch auf die Bevoͤlkerung weniger wohl thaͤtig einwirkt. Wir wiſſen freilich, daß England unter allen Laͤndern Europa's die meiſte edle Wolle verarbeitet, und inſofern muͤßte ihm auch das Edel ſchaf mehr Segen bringen, wie irgend einem andern Lande, wenn es ſich nicht die Wolle von auswaͤrts wohlfeiler verſchaffen koͤnnte, als was ihm die Selbſt erzeugung nach ſeinen Landbau- und Populations Verhaͤltniſſen koſtet. Denn ſo zahlreich auch in jenem Lande die Schafhaltung iſt, ſo zieht man die andern Gattungen dem Edelſchafe vor, weil jene Sorten