Teil eines Werkes 
[Hauptband] (1819)
Entstehung
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No. 8.

Soll man auf und an AeFer Bäume pflanzen?

Theſis: Die meiſten Oekonomen behaupten, es gehe dadurch weit mehr an Getraide verlohz ren, als man an Obſt gewinne.

Antitheſis nach Erfahrung: Herr von S. im Weſtphäliſchen war auch dieſer Meinung, be- merkte aber mehrjährig, daß unter zwei alten, ungeheuer großen Birnbäumen, Weizen und Gerſte alle Zeit am längſten und ſchönſten ſtanz den. Dies machte ihn aufmerkſam. Er ließ alle Fahrwege und Straßen längs den Aeern hin, nach und nach mit 4000 Kirſchbäumen beſetzen. Gegenwärtig haben ſie einen Schuh im Durch- meſſer des Stammes, und bringenihm 600 Thlr- Pacht. An den Feldfrüchten hat er keine andere Einbuße gehabt, als daß, um die Bäume nicht zu beſchädigen, 1x Fuß breit Landes nicht be- a&ert, ſondern in Raſen gelegt worden, und zu- weilen aus Unbedachtſamkeit von dent Obſtpäch- ter, das Getraide einen Schritt weit eingetreten worden, welchen Schaden der anſehnliche Obſt- pacht reichlich erſeßt. Auf anliegenden unbes pflänzten, fremden AeXern iſt das Getraide nicht beſſer ausgefallen.

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