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Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Holsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande. : Aus bewehrten gedruckten und ungedruckten Urkunden verfasset, ; nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen und einer Vorrede Hn. Jo. Alberti Fabricii, D. und Prof. Publ. in Hamburg
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448 Geſchichte VI. Theil.

verſchiedene Muͤhlen im Norder⸗Dithmarſchen niedergeworffen, und die neuen Teiche bey Brunsbuͤttel, Eddellack und St. Margarethen weggeriſſen, ob ſie ſchon vieles Land damahlen ausgeſchlagen gehabt.

Dieſes Jahr ſollen viele Huͤner ihre Federn veraͤndert haben, und ſeyen aus ſchwartzen weiſſe geworden, auch iſt ein weiſſer Sperling und weiſſe Kywit⸗ ten geſehen worden. So iſt auf Buͤſum auch ein Schwerd⸗Fiſch von beſonderer Geſtalt gefangen worden.

In dieſem Jahr iſt eine ſchwere Seuche unter dem Vieh entſtanden, daran ſehr viele geſtorben, welche Seuche nachhero auch unter die Menſchen gekom⸗ men, und viele hingeriſſen, die Krancken klageten ſehr uͤber Haupt⸗Schmertzen, ſchaͤumeten aus dem Munde, und die Zaͤhne im Kopff wurden ihnen loß, lagen ſonſten ſtill vor ſich weg.

Anno 1619 den 21 Octobr. zanckete ſich Peter Brauer zur Heyde mit Volquart Reimers, einem Leinwands Kraͤmer, und wuͤnſchete vor offenen Ge⸗ richte: Dafern er Unrecht haͤtte, moͤchte der Teufel ſein Haus, ſo er eben baue⸗ te, herunter reiſſen. Folgenden Morgen faͤllt das Haus bey ſtillem Wettet nie⸗ der, und zerbrechen Balcken, Sparren und alle Materialien in viele Stuͤcken. Gleiche Straffe einer boßhafften Vermeſſenheit hat Hans Meyer in Buͤſum Ao. 1615 empfunden, welcher gewuͤnſchet, daß ſofern er Unrecht haͤtte, ſein Haus moͤchte innerhalb 8 Tagen in Feuer aufgehen, welches denn auch 8 Tage Pemrach ,nemlich den 25 Trinit: da das Haus in die Aſche geleget worden, er⸗

olget.

Um Martini iſt in hieſige Laͤnder ins Oſten ein groſſer Comet geſehen wor⸗ den, und iſt von Norden ins Suͤden gegangen.

Den 20 Novemb. darauf hat das Waſſer an den Teichen groſſen Scha⸗ den verurſachet, und an verſchiedenen Orten eingebrochen.

In dieſem Jahr iſt zu Buͤſum auf der Ruſing ein Meer⸗Weib geſehen wor⸗

den, ſo an dem Ufer ſitzend ihre lange Haare gekaͤmmet, und von ungemeiner

Schoͤnheit, unten aber wie ein Fiſch geſtaltet geweſen, haͤtte auch durch ihre Schneeweiſſe proportionirliche Bruͤſte der Zuſchauer Augen faſt verblendet, wie ſie aber die Leute gewahr geworden, ſey ſie dem Waſſer wieder zugeilet, doch habe ſie, wenn man geruffen, ſich wohl 5 dis 6mahl umgeſehen. Ein gleiches Meer⸗Weib iſt ehemahlen auf dem alten Kirchhofe zu Suͤden Buſum geſehẽ und gefangen worden, und wie ſie es weggebracht, ſoll es geruffen haben: Ick gelo⸗

ve idt ju, ſo wiet als jy my trecken, ſchall ju Land wegdrieven edder wegrieten. Den 12 Novembr. wurde eine Frau aus Henſtedt zu Lunden verbrandt, die ſich vor einen Mann ausgegeben, ſoͤnſten keiner Uebelthat ſchuldig veideſen⸗ eren

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