IX
Wenn man die Chemie studirt, um durch ihre Hülfe die Land- und Forstwirthschaft zu verbessern, so muss man sich durchaus recht gründliche Kenntnisse darin erwerben, denn ohne diese wird man von ihr wenig oder gar keinen Nutzen, ja vielmehr oft Schaden haben. Die Chemie greift in's practische Leben und desshalb hat, mehr als bei irgend einer anderen Wissenschaft, die Halbwisserei Nachtheil zur Folge. Das Studium der Chemie ist nicht leicht, doch ist es leichter, als das vieler anderen Wissen- schaften, indem beinahe alles, was sie lehrt, durch Experimente anschaulich gemacht werden kann. Die Chemie beruhet, wie die Land- und Forst- wirthschaft, auf Erfahrungen, aber eben dess- halb ist, wenn man es darin zu einiger Voll. kommenheit bringen will, die Praxis nothwendig. Um ein guter Chemiker zu werden, um sich die chemischen Lehren recht tief einzuprägen, ist nichts nützlicher als die Naturkörper(hier solche, die mit dem Ackerbau und der Forst- wirthschaft in näherer Beziehung stehen) einer chemischen Analyse zu unterwerfen; denn 80 bald man ihre Zusammensetzung zu erforschen sucht, ist man unablässig genöthigt, sich mit den chemischen Eigenschaften der Körper be- kannt zu machen. Im Anfange stösst man hier- bei auf mancherlei Schwierigkeiten, allein sind


