Teil eines Werkes 
3 (1826) Rückreise nach Rußland und Blick auf die Mongoley
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35

Zweytes Kapitel. Vorbereitungen zur Rückreise in das Vaterland. Reise durch die Länder der Zacharen.

Den 26. Mai(7. Juni N. St.) den 8. des sten Mondes. Um 5 Uhr des Morgens schieden wir von Lilän düng. Wegen seiner vollkommenen Rechtlichkeit auf Reise und auch bey der gegenwärtigen Ueberfuhr wurden diesem Turkestanen zwey Zobel und ein schwarzer Saffian geschenkt. Mit ihm sandte ich: einen Brief an den Pater Archimandriten Peter, mit 19 Nachricht, daß wir schon in Zagän Balg angekommen wären.

Zugleich mit dem Wagenmeister ritt ich hierauf hin, um die Heerde der Regierung zu besehen, welche 3 Kasaken und 10 Mongolen bewachten, von unserm Lager auf 7 Werste(1 d. M.) gegen Norden, bey den Seen. Dort ist das Gras auf den Wiesen gut, es giebt viele Salzstellen, auch ist die Tränke aus dem vorbey fließenden Flusse frey. Die Chineser, die auf dieser Steppe Hornvieh, Hammel und Pferde weiden, die sie in der Mongoley oder in Ki achta bey unsern Buräten und den Gränzkasaken einkaufen, haben an diesem Orte geräumige Umzäunungen aus Rasen, mit dazwischen gelegten Backsteinen, aufgeführt. Diese Umzäunungen dienten auch als Verwahrungsörter, um un sere Heerde hinein zu treiben. Von dem der Regierung ge hörigen Viehe befand sich, nach dem Viehsterben im Win ter und beym Eintritt des Frühlings: 26 sehr magere Ka meele, 103 Pferde. Diese letztern hatten wieder ziemlich am Körper zugenommen, nach der Abmagerung im Winter; aber 7 Pferde waren gänzlich entkräftet. Daher beschloß ich, bey der ersten bequemen Gelegenheit, die hinfälligen

Kameele und Pferde an die Mongolen zu vertauschen. 3 8