zu vermehren. Letzteres Phänomen ist jederzeit eine nothwendige Folge des erstéren; allein nie kann es
die Ursache deésselben seyn.
Uebrigens scheint es mir nicht schwer, die Ursa- chen zu erforschen, welche die falsche Theorie von der„Bevölkerung als einer Quelle des Na- tionalwohlstandes“ in Umlauf gebracht haben, und noch gegenwärtig diéser Theorie bey Vielen ein grolses Gewichtgeben. Wahrscheinlich wurde ein grolser Theil der Auhänger jener Meinung dadurch in die Irre geführt, dass man sich die Begebenheiten, welche uns die Geschichte darbietet, in einem lal- schen Zusammenhange dachte. Es ist bekannt, dass Völker, die sich noch im Zustande der Kindbeit be⸗ linden, d. i. diè unkultivirt und wenig zahlreich sind, auch gewöhnlich sehr wenige Reichthümer besitzen. Jemehr ihre Anzahl anwächst, desto grössere Fort- schritte pflegt auch bey ihnen die Industrie zu ma- chen; nach und nach sammeln sich Reichthümer, und es beginnt ein gewisser Luxus unter ihnen berr- schend zu werden. Fast immer fand man jene beide Phänomene, nämlich Vermeéehrung der Volkszabl und Vermeéhrung der Nationalindustrie, oder Anwachs der Nationalreichthümer beisammen. Eins hielt mit dem andern gléeichen Schritt. Natürlich also, dass man das eine für die Ursache, das andere für die Wirkung hielt. Ich brauche nicht das Irrige dieser Art au schlielsen zu zeigen.
Es ist wahr, der Nationalwohlstand steigt, in dem Maalse, wWie Künste und Gewerbe in einer Gesell⸗ schaft häufiger werden und sich vervollkommnen. Aber sehr falsch würde es darum seyn, wenn man glaubte, eine biolse Verméhrung der Volksmenge sey hierzu hinreichend. Falls nicht zugleich die Mit- tel sich au erbalten(die OQuellen des Einkommens) verhältnilsmälsig vervielkacht werden; so ist die Ver- meéehrung der Volksmenge nicht nur als kein Anwachs des Nationalwohlstandes, sondern vielmehr als eine Verminderusg desselben zu betrachten. Dieses muss nothwendig so seyn, da alsdann die Summe des ge- sammten Nationalvermögens sich unter eine grölsere
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