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H 2: BU NE Er/ 2. Einleitung.
[| Diejenigen Chemiker und Physiker, welche eine sogenannte chemische Durchdringbarkeit der Materie annehmen, erklären das(Homogensein) Gleichartigerscheinen eines aus ungleichartigen(heterogenen) Stoffen gebildeten zusammengesetzten Körpers aus der Eigenschaft aller Materie sich chemisch durchdringen zu können, wodurch die Verschiedenheit der Grundkräfte sich gegenseitig ausgleicht, welches zur Folge hat, dafs auch das Materielle eine von dem frühern abweichende Beschaffen-
heit zeigt,]
Die chemische Anziehungskraft, die Verwandtschaft, zeichnet sich dadurch vor der mechanischen Cohäsions- oder Adhäsionskraft aus, dafs, indem durch die Cohäsionskraft nur gleichartige Körper sich in der Be- rührung anziehen und ein gleichartiges Ganze bilden, und vermöge der Adhäsionskraft sich zwar ungleichartige und gleichartige Körper anzie- hen, aneinander haften, aber kein gleichartiges Ganze bilden, durch die Kraft der Verwandtschaft ungleichartige Körper sich zu einem sleichartigen Ganzen verbinden. So sind, um ein Beispiel bei- zubringen, die einzelnen Massentheilchen, welche ein Stück Glas bil- den, alle Glas, sie halten durch gegenseitige Anziehung zusammen, das Ganze ist ein Aggregat vieler kleinster Glastheilchen, welche sowohl unter einander, als auch mit dem Ganzen völlig gleichartig sind. Be- trachtet man ein mit Silber oder Gold plattirtes Geräth, so findet man sogleich, dals es aus Kupferblech besteht; auf welchem ein äufserst dünnes Blätichen Silber oder Gold aufliegt, mit dem Kupfer in ge- nauester Berührung, aber deshalb nicht mit demselben zu einem gleich- artligen Ganzen verbunden; eben so erblickt man im Granit. Gneifs, Syenit, Phorphyr verschiedene Gemenge ungleichartiger Fossilien, die mehr oder minder fein zertheilt in der Berührung sich anziehen, des- halb an einander haften, ein Ganzes, aber kein gleichartiges Ganzes, bilden.
Durch die Verwandtschaft werden aber nicht allein aus ungleich- arligen Körpern gleichartige Verbindungen hervorgebracht, sondern auch aus gleichartigen zusammengesetzten Stoffen ungleichartige Körper, Be- standtheile, geschieden,(Prozels der chemischen Zerlegung). So kann man z. B. das Wasser in Sauerstoffgas und Wasserstoffgas zer- legen, so auch die Schwefelsäure in Schwefel und Sauerstoflgas. Die chemische Zerlegung unterscheidet sich von der mechanischen Thei- lung dadurch, dafs die Produkte der letztern gleichartige Körper, die Produkte der erstern aber ungleichartige Substanzen sind; denn wenn man Glas noch so fein zertheilt, pulvert, reibt, so bleibt das kleinste Körnchen immer noch Glas und ist gleicher Natur mit dem Ganzen:
dagegen wenn das Glas einer chemischen Analyse unterworfen wird, er-
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