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Eben so gründlich und schön äußert er sich über die Kunstsprache der Botanik, deren Schöpfer der ö große Linné ist. Die Nothwendigkeit derselben,
um sich für immer verständlich zu machen; den Scharfsinn, womit sie Linné erfunden und ausgeführt ö hat; die Vortheile, welche wir von der Befolgung seiner Regeln erwarten können, hat Niemand so schön und geistreich gus einander gesetzt, als Rousseau
ö in der Einleit ung zu seinem botanischen Wörter⸗ buche. ö
ö In der That kann die Botanik, als wissenschaft⸗ liche Kenntniß, einer fest bestimmten Kunstsprache durchaus nicht entbehren, und es müssen die einmahl ö angenommenen Ausdrücke für gewisse Theile oder
Eigenschaften, die wir an Pflanzen bemerken, noth⸗ 2 wendig beyhehalten werden. Der Grund davon wird Ihnen sogleich einleuchten, wenn Sie bedenken, daß,
um Andern verständlich zu werden, solche Worte ge—
braucht werden müssen, mit welchen Jedermann die⸗
selben Begriffe verbindet. Um davon ein Beyspiel
anzuführen, erinnere ich Sie an die silberhlättrige
Potentille, die bey uns an Straßen und auf wüsten
Plätzen so häufig ist. Die Blätter derselben nenne
ich gefingert fünfzählig, keilförmig, eingeschnitten,


