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I. An meine Schwester.
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Iun bist sehr gütig, meine theure Friederike, daß Du Dich noch des Unterrichts erinnerst, den ich als Knabe Dir, einem Kinde von acht bis neun Jahren, in der Kenntniß der Gewächse gab. Mit herzlichem Dank erkenne ich es, daß Du meine kindische Hand— schrift, die eine Einleitung in das Linné'sche Sy⸗ stem und eine Erklärung der botanischen Kunst-Aus-⸗ drücke enthielt, noch aufbewahrst.
Seit jener Zeit haben sich meine Kenntnisse in diesem Theile der Naturgeschichte allerdings erwei— tert: ich habe die Geheimnisse der Natur etwas mehr errathen gelernt: aber noch hänge ich mit eben dem frohen, offenen, einfachen Sinn an der Schönheit der Formen, noch ist mein Gefühl für die Wunder der Schöpfung eben so rege: noch ist mei—⸗ ne Freude über eine neue Pflanze eben so lebhaft. Ja, ich darf sagen: das Interesse hat sich um vieles
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