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findet, denn wo sollte auf Wiesen, die immer berieselt, aber nie mit etwas anderm bedüngt werden, endlich die Nahrung herkommen? Fast vermuthe ich, daß dies Quell⸗ wasser viel Gips enthalten mag, den es auf der beriesel— ten Wiese absetzt. Es wirkt daher doppelt, es theilt der Wiese Düngung nnd Feuchtigkeit mit. Meine Leser wer⸗ den aber staunen, wenn ich versichere, daß auf erwähn⸗ tem Guthe, was herrliche und viele Wiesen besitzt, wovon fast jeder Hügel mit solch herrlichem Wasser berieselt wer⸗ den kann, alle diese Quellen vor wenig Jahren noch nicht benutzt worden. Bei meiner dortigen kurzen Existenz fing ich das Berieselungsgeschäft mit Eifer an, weil ich es als Mittel ansah, die Viehzucht, besonders die Schäferei, empor zu bringen, aber ich kam nicht weit, da der Besitzer die verhältnißmäßig wenigen Kosten scheuete Was seit eini— gen Jahren geschehen ist, weiß ich nicht.
Es dauert mich sehr, daß jenes Wasser nicht chemisch untersucht worden ist; ich konnte, als ich dort lebte, dies nicht thun, denn mir fehlte noch eine Menge Kenntnisse. Ich werde den Herrn Professor Lampadius in Freiberg, der dies Guth in seiner Nähe hat, bitten, daß er dies Quell— wasser einer genauen Prüfung unterwirft, was gewiß eine sehr verdienstliche Arbeit ist, da das Resultat dieser Unter⸗ suchung dann als Norm bei Prüfung anderer Wässer, die zur Berieselung angewendet werden sollen, dienen kann.
§. 239. Auch das Wasser solcher Bäche, welche durch ein oder mehrere Dörfer geflossen sind, ist vorzüglich zur Berie— selung geschickt, denn sie haben auf ihrer Laufbahn eine


