Vorbericht. V
Deshalben habe ich meinen Vortrag ausfuͤhrlich und so viel ich konte faßlich zu machen gesuͤcht, und daher habe ich mich auch in den ersten Teilen dises Werkes auf nichts was zu der kuͤnstlichen Elektrizitaͤt oder andern Versuchen und Lehrgebaͤuden der Natur⸗ forscher gehoͤrt berufen; sondern jeden Satz bloos aus bewaͤhrten Erfarungen von wuͤrklichen Wetterschlaͤgen, die ein jeder einsehen kan, gezogen und bestaͤtigt. Dabey kan ich nicht umhin anzumerken, daß, da die wichtige Entdeckung von der elektrischen Natur des Blitzes bekantlich erst im Jahr 1752 gemacht worden, diejenigen Beobachtungen welche aͤlter als diser Zeit⸗ punkt sind, und die ich deswegen alte Wahrnemungen nenne, da man sie keines Vorurteils beschuldigen kan, desto mehr Eindruk machen muͤssen.
Die Erfarungen zu samlen, zu ordnen und zu nutzen, hat mir zwar die meiste Muͤhe veruhrsachet: es war aber zu meinem Zwecke unumgaͤnglich erfodert. Murhmaass sungen und erloͤschen 5 in wenig Jaren: aber wohl betrachtete Erfarungen blei⸗ ben immer der sicherste Grund auf dem wir bauen koͤn⸗ nen. Die Kraͤfte! der Natur sind noch lange nicht genug entdekt, noch weniger angewant. Langsam und stuf; fenweise hat ein Teil des menschlichen Geschlechts, von der Vorsicht auf die gluͤkliche Spuhr geleitet, mehr und mehrere derselben beachtet, und durch Nachsinnen solchen Nutzen daraus geschoͤpft dessen Moͤglichkeit so wohl iren Vorfaren als andern Voͤlkern die noch leit ausser diser Reihe von Betrachtungen ligen nie in den Sin gekommen war.— Die Untersuchung der Erfa⸗ rungen, mit Absicht betriben, ist auch gewiß nicht eine so elende Arbeit als man denken moͤgte: da das Be⸗ merken, Vergleichen, Unterscheiden, Folgern, An⸗
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