IV—
Lange Zeit hindurch mußtenalle Bemühungen die Einführung und Vermehrung der Merinos zum Zweck haben, und, um diesen Zweck zu erreichen, welche Schwierigkeiten mußten überstiegen, welche Hindernisse, welche Vorurtheile, welche eingealterte Gewohnheiten, nicht nur bei den Erzeugern, son— dern auch bei den Fabrikanten überwunden werden! Ehre sei den Männern, deren Eifer durch kein Hin⸗ derniß sich abschrecken ließ, und deren Bemühungen unser Land mit einem so schätzbaren Gute bereichert haben!
Wenn aber der erste Zeitraum des Erwerbs der Zucht der Merinos fast ausschlüßlich der Ein⸗ führung und Vermehrung dieser schönen Art Schafe gewidmet war, so muß nunmehr der thätige Zeit⸗ raum desselben ihre Veredlung seyn. Denn die Er⸗ zeugung der feinen Wolle und der Bastardwolle hat, vornehmlich in den auswärtigen Ländern, so sehr über Hand genommen, daß sie auf allen Märk⸗ ten zusammen strömet, und daß die Heruntersetzung ihres Werthes den Muth der Erzeuger niederschlägt.
Wir glauben daher, daß der Zeitpunkt gekom⸗ men sei, wo die Aufmerksamkeit, welche zu lange Zeit von der Begierde, so viele Pelze als möglich von Merinos oder Bastarden zu erzeugen, und das Gewicht derselben zu verdoppeln, gefesselt gehalten wurde, auf die Verbesserung der Wolle müsse ge⸗ richtet werden, und daß es heutiges Tages mehr auf die Beschaffenheit der Erzeugnisse, als auf die Menge derselben ankomme.
Wir wollen nicht in das Einzelne der Umstände eingehen, welche die einsichtsvollsten Oekonomen, fast wider ihren Willen, darauf gebracht und nach ihrem Beispiel die größte Anzahl der Eigenthümer von Heerden vermocht haben, in der Vergrößerung des Körpers und in der Vermehrung der Wolle die


