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Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : ihre Beschreibung, Verheerung in jetzigen und früheren Zeiten und die Mittel zu ihrer Vertilgung ; mit einer Kupfertaf. / von Franz Körte
Entstehung
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und den es leider, wenn Herbſt‚ Winter und Fruͤh⸗ jahr dem Leben deſſelben guͤnſtig ſeyn ſollten, im kuͤnftigen Sommer anrichten kann, halte ich es fuͤr zweckmaͤßig, das landwirthſchaftliche Publikum uͤber dieſen Gegenſtand hiermit zu belehren. Von den ſchrecklichen Verheerungen, welche die Zug⸗Heuſchrecken(Gryllus migratorius Fabriecii, Acrydium migratorium der neuen Naturforſcher) zu den verſchiedenen Zeiten in Deutſchland angerichtet haben, will ich hier nur einige, weniger bekannte Thatſachen anfuͤhren. Die Jahre, in welchen bald dieſe, bald jene Provinz Deutſchlands von den Heu⸗ ſchrecken verheerend heimgeſucht worden, ſind, ſo viel mir auszumitteln moͤglich war, 1475. 1527. 1636. 1686. 1693. 1696. 1712. 1714. 1715. 1719. 1727. 1728. 1729. 1730. 1731. 1734. 1746. 1747. 1748. 1749. 1750. 1752. 1753. 1754.1759. 1763. 1803. Wenn man dieſe Zahlenreihe durchſieht, ſo ergiebt ſich beſonders vom Jahre 1746. bis 1759. die groͤßte Wahrſcheinlichkeit, ja die damals ſowohl, als die in dieſem Jahre von mir gemachte Beobachtung, die Gewißheit, daß dieß verheerende Inſect nicht jedes⸗ mal aus dem Oriente zu uns zieht, ſondern daß ſie ihre Bruten bei uns ablegen, die, wenn Herbſt, Win⸗ ter und Fruͤhjahr dieſen gedeihlich ſind, auch bei uns vollkommen ausgebildet werden, und dann eben ſo, ja noch verheerender auf unſern Saaten hauſen, als die wirklich zugewanderten, da die Brut der letztern