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1583. Die hanseatischen Kaufleute führen in ihrer Klage gegen England beim Neichstag an, daß durch die hohen Abgaben, die auf Wollenkuch auferlegt worden sind, es(wie Warden- hagen sagt) zwei- bis dreimal theuerer als früher geworden ist, und daß dadurch der große Reich- thum Englands entstand, indem 200,000 Stück Tuch jährlich exportirt wurden, wovon 3 nach Deutschland gingen; welches wieder einen großen Theil nach Polen, Dänemark und Schweden sandtez das andere Viertel wurde nach den Niederlanden und Frankreich gesandt, nach Spanien ging we- nig oder gar nichts; hieraus geht hervor, wie groß der. Vortheil der Nation war.+ Das ein- zige Mittel war, die englischen Kaufleute aus dem Reiche zu verbannen, und alle englischen Wol- len- Manufakturwaaren zu verbieten. Das Interesse der Hanfe- Städte behielt am Reichstag die Oberhand, bei welcher Gelegenheit alle englischen Wollen- Waaren verboten wurden,
1597. Das schottische Parlament untersagte die Wollausfuhr, und verordnete, daß fremde Handwerker sie bearbeiten sollten(Act. Ja. VL par]. 15. c. 250 ed. Murray). Es wurden 5 P. C. auf alles fremde Tuch, so wie auf jede andere imporkirte fremde Waare, auferlegt,=- Pairs, Barone und Freiherren brauchten keine Abgabe zu zahlen.
Die Imporkation englischer Wollen-Waaren wurde auch verboten, da dieses Tuch in- der Re- gel nur ein äußeres Ansehen hatte und ihm. die Kraft fehlte, die es zu haben schien, und ein Hauptgrund war, daß Gold und Silber aus dem Königreiche ging.= Dies war der einzige wahre und solide Grund dieses Gesetzes.(Parl. 15. c. 252.)
1603. Durch eine Akte, 1. Jac. 1. c. 33.7 wurde fesigestellt, daß 1 L. St. 13 Sch. 4D. auf jeden exportirten Wollsack, so wie auf 240 Wolffelle, nur durch die Eingebornen gezahlt were den sollten. König James von Schottland verbot durch eine Proklamation die Woll- Exportation, was jeßt zu thun auch die höchste Zeit war, da die englische Woll-Manufaktur jeßt so beträchtlich war, und deren Fabrikate so weit versendet wurden, daß alle ihre eigene Wolle im Lande ver- bräucht wurde.
1608. Früher waren die Engländer nur wenig in der Kunst geschickt, Wollentuche zu fär« ben und zu appretirenz deshalb wurden sie gewöhnlich weiß nach Holland gesandt, wo sie gefärbt und appretirk und dann zum Verkauf nach England zurückgeschickt wurden.=“ Es ist auffallend, daß die, welche das beste Tuch in der Welt fabricirten, es nicht fertig machen konnten=“+ und doch war es so,
Alderman Cockagne und einige andere Kaufleute überlegten, daß dadurch ein besonderer Vor- theil für die Holländer entstand, und schlugen dem Könige vor, das Färben und Appretiren im Lande übernehmen zu wollen, wodurch ein großer Vortheil für's Publikum und den König ent- stehen würde;-=-- Cockagne empfing hierauf ein ausschließliches Patent, und der König übernahm das Monopol für den Verkauf dieses im. Lande gefärbten Tuches.-- Der König erließ hierauf eine Proklamation, verbot, weißes Tuch über See zu versenden, und nahm der-Kaufmanns- Kompagnie(Company of Merchant adventurers) das Privilegium zurücf, wodurch sie berech-


