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Der Kemperhof : Mit Hinsicht auf den Betrieb der Landwirthschaft in der Gegend von Coblenz / Von Joseph Anton Hergen
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Landleute ſo viel übrig bleibt, ihr Leben genüglich durch-

zubringen z rec<ne ich hierzu den hohen Zinsfuß, der in

unſrer Gegend ſeit funfzehn Jahren 40 pro Cent und mehr geweſen, fo iſt nic<t möglich, daß der AFerbau in dem Zu- ſtande, wo ev fich gegenwärtig befindet im Stande ſeyn ſollte, ſeinen Arbeitern Ausſichten zu einer, erträglicheren Subſiſtenz, vielweniger zu ſicherem Wohlſtande. zu erdſſ- nen, beſonders da auch unfre verbeſſerte Cultur nicht die- ſem Uebel zu ſteuern, Kraft hat. Denn die für. die beſt- cultivirken Gegenden Deutſchlands anfgeſtellte Ertrags- Berechnungen zeigen nur zu klar, daß die den großen rohen Crtrag leiſtende Producte winus nihilo an reinem Vortheile gewähren.

Bedenklichere Anſichten geben in ſtaatswirthſ<aftli- <her Hinſicht dieſe Berechnungen für die unentbehrlichen Nahrungsbedürfniſſe; wenn es. ſo ſeine Richtigkeit hat, daß die jährlich) erzeugten. Körner nicht für ein Jahr zum Bedarf hinreichen, daß nur der Zuſchuß, wel <hen die Kartoffeln geben, das minus zu deFen im Stande iſt, und daß dann dieſe zu Körner reducirt, ſammt Weißen, Roggen und Gerſte bei ganz vollkomm- ner Erndte nur den Bedarf auf funfzehn Monate hervor- bringen.

Cs iſt auffallend, wie ſich ſeit zwanzig Jahren die Bevblkerung auf dem Lande gemehrt hat, und ich zweifle nicht, daß wann ſie ſo ununterbrochen fortgehen ſollte, es leicht der Fall werden könnte, daß beſonders bei nicht angenehmen politiſchen Conjuncturen mancher ſich