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Grundsätze der experimentellen Kammeral- und agronomischen Chemie; so wie der forst- und landwirthschaftlichen Gewerbe : für Kammeralisten, Agronomen, Forstbediente und Technologen / von Sigismund Friedrich Hermbstädt
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"Reunte MEN Er bund:

Die bleihaltigen Glaſuren der irdenen- <hengeräathe,

9. 19298,

Die gewöhnliche Glaſur der irdenen Kochits- pfe wird aus Bleiglätte bereitet, die mit wenigem

' Lehmoder Sand vermengt, in einem durch Waſſer

zum Brei angeriebenen Zuſtände ,' auf die halbgahren

Töpfe aufgetragen, und dann nach dem Tro>nen ein-

gebrannt wird, Sie iſt daher leicht lbsbar in'ſauren

Flüſſigkeiten, und erzeugt mit ihnen bleihaltige Salze,

die, den Speiſen beigemiſcht, als ſchleichende Gifte

wirken, und mit der Zeit den Tod herbeiführen können.

Die glaſurten Töpfe machen daher einen ſehr wichtigen

Gegenſtand der policeilichen Aufſicht aus.'

a) Zu wünſchen wäre es, daß geſeßlich verordnet werden möchte, nur allein eine geſunde Glaſur, aus 5 Theilen kalcinirtem Natron und 9 Theilen Sand zuſammen JUIN in Anwen- dung zu ſeßen,

b) So lange man ſich aber noch mit der gemeinen Tovfglaſur begnügen muß, iſt es nothwendig, ſie von Zeit zu Zeit zu prüfen, und die zu ſchlecht be-

- fundenen Töpfe zu zerſidren.

c) Um die Güte der Glaſur zu prüfen, gieße man den Topf voll mit einem Gemenge von 1 Theil Weineſſig und 24 Theilen Waſſer, und laſſe das Gemenge 24 Stunden lang an einem mäßig warmen Orte darin ſtehen. Zeigt nun das Flui-

' dum durch die Prüfung mit der Hahnemann-

ſchen Weinprobe eine braune Farbe, dann hat