772 Neuntes Kapitel, 1. WE
So ſchr bekannt und gebräuchlich die Egge über- all iſt, ſo wenig iſt es zur Zeit noch die Walze in mänchen Provinzen, wo ihr Gebrauch doch auch von großem Nußen ſeyn könnte, Sie beſteht aus einenx runden Block vom Eichenholz; iſt ohngefähr 6 Schuß lang und hat rx Schuh im Durchmeſſer, und wird von Pferden oder Ochſen auf dem Acker auf- und abs gezogen. Man hat zwo Gattungen, die Stachel- walze und die geineine Walze.
Die Stachelwalze iſt mit ſtarken 4=- 5 Zoll latgen eiſernen Zinfen verſehen, und.wird in ſtarkem Boden, wo die Egge die Erdſchollen nicht trennen und Flein machen kann, gebraucht. Gleich nach der Sta- <elwalze läßt man aber die Egge folgen, und über- zieht damik noch einmal den gewalzten AXer. An vie- len Dertern läßt män die Erdſchollen: durch Arbeits- leute mit hölzerrien Keulen, oder Hämmern, zerſchla- gen."Mit der Stachelwalze aber kömmt man kürzer und ungleich wohlfeiler davon.
Die gemeine Walze iſt entweder ganz rund, oder vielfanticht mit tiefen in die Länge gehenden Einſchnit- ten ausgearveitet,„um deſto beſſer die Erdſchollen ent- zwey zudrücken. Es müſſen aber die Walzen niemals bey naſſer Witterung gebraucht werden.
Die gemeine runde Walze, die auch zur Zer- drüFfung der Erdſchollen, wenn der Boden nicht zu ſchwer iſt, gebraucht wird, ſollte auch da eingeführet werden, wo der Acker ſehr leicht und ſandicht iſt, um „den Boden nach beſtellter Saat recht feſt zu walzen. Es iſt wenig geſagt, wenn hier behauptet wird, daß auf leichten Aeckern ein Korn mehr, z, E, ſtatt des drit-
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