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Erzaͤhlungen von Wundern koͤnnen nie die Wahrheit einer Religion begruͤnden; man begeht einen Cirkel, wenn man ver⸗ langt, daß die Wunder um der Religion, und die Religion um der Wunder willen, geglaubt werden ſollen. Wahrheit einer Religion beruht auf ihrer Kraft, gut zu machen, nicht auf Nachrichten von Wun— dern. Wunder ſind etwas Subjektives, und beſtehen in Unwiſſenheit und Staunen. Nun iſt, wie Hume zeigt, der ganze Grund, warum Zeugniſſe glaublich ſeind, der, daß ihre Glaublichkeit der Menſchennatur ge— maͤß iſt; ſagt alſo das Zeugniß etwas aus, das der Natur der Dinge entgegen iſt, ſo muß ich aus demſelben Grunde, der alle Zeugniſſe guͤltig macht, dieß Zeugniß un⸗ glaublich finden, indem ich weiß, daß es der Erfahrung gemaͤß iſt, daß Menſchen wunderbare Sachen glauben und erzaͤhlen, dagegen aber nicht weiß, daß die Natur der Dinge von ihren Geſetzen abweiche. Herrlich ſagt Locke: unſer Beifall, den wir einer Offenbarung geben, muß nie den Grad der Evidenz uͤberſchreiten, daß ſie eine Offenbarung iſt, und daß wir ih⸗ ren Sinn richtig faſſen.


