Teil eines Werkes 
3Encyklopädische Ansichten einiger Zweige der Gelehrsamkeit : Theil 1 (1809) Vermischte Schriften über staatswissenschaftliche, philosophische und andere wissenschaftliche Gegenstände. 3
Entstehung
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Jahre lang. In dieſer Zeit lebten ihre Poeten/ Philoſophen und beſonders Red- ner; jene blieben, aber Beredtſamkeit ging ganz unter...= Hauptſiß der Be- redtſamkeit aber war Athen. Die Athe-

ner waren ſinnreich, fröhlich, geübt in,

Geſellſchaften und Revolutionen 3; ein'de- mokratiſcher Senat von 500 ſtand an der Spike der Regierung.. Die Majeſtät aber hatte das Volk. Alles geſchah durch geſchickte Leitung"der Leidenſchaften, in den Volksverſammlungen, Geſeße, Krieg, Frieden, Aemterbeſeßung. Beredtſamkeit war daſelbſt alſo nicht ſchimmernd, künſt- lich, ſondern zwe>mäßig, wirkſam, um den Staat zu regieren. In Staatsge- fahr und Noth, wenn der Herold rief: Ts Axyeiw Purera! durfte fein ſeichter De- klamator auftreten, Demoſthenes zitterte und bebte, denn die Redner mußten für, den Ausgang des gegebnen Raths mit Gut und Blut ſtehen. So entſtand naive und vigoureuſe Beredtſamkeit aus dem Zwiſt von Partheigeiſt und Freiheit, Staatshändeln und geſchäftigem Leben, und nicht aus Muſe und Spekulation.=- Dreierlei Arten von Reden kannte man zu Rom und. in Griechenland: Staats-,