258
B. 1. Styl für den Verſtand, oder für die obern Seelenkfräfte.
Verſtand bezeichnet im weitert Sinne das Vermögen zu begreifen, zu urtheilen und zu ſchließen, alſo Scharf- ſinn, Urtheilsfraft, Vernunft. Der Seyl für den Verſtand iſt der, welcher zum eigentlichen und nächſten Zwecke Beſchäf- tigung des Nachdenfens hat, und-wo al- les, was für Phantaſie und Empfindung angebracht wird, jenem Hauptzwe> unter- geordnet und-auf ihn bezogen iſt, nie- mals aber demſelben nachtheilig ſeyn muß. Die Hauptſache iſt, daß man alles vermeide, was dem gebiideten Leſer an- ſtößig ſeyn, oder ſeine Aufmerkſamkeit ſts- ven oder zerſtreuen möchte; alſo ſorge man für Reinigkeit und Richtigkeit der Sprache, verhüte alle Dunkelheit und Verwirrung, erlaube ſich nur die ruhigen Figuren, die die Aufmerkſamkeit unterhal- ten, und auf den Gegenſtand heften.
1) Dex hiſtoriſche Styl findet. An- wendung im Erzählen"und Beſchreiben, der Zwe> iſt Wahrheit zur Belehrung der Menſchen. Daher die Erforderniſſe:
a. Treue, nichts als Wahrheit und


