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Beredtſamfeit iſt die Abſicht, logi- ſche Ideen, d. i. Gründe der Ueberzeu- gung und Entſchließung ſo. auszudrücen, daß des Leſers Gemüth wirklich Beifall empfinde, und zum Wollen übergehe, wo- zu alſo Belebung des Deufens und Em- pfindens durch Phantaſie und Energie gehört. Das Geſchmacvolle der poeti- ſchen ſowohl als proſaiſchen Kompoſition enthält zwe&mäßige Uebereinſtimmung der- ſelben mit der Sinnlichfeit und dem Ver- fande, welche die beiden Beſtandtheile des Geſchmacks ſind 3 aber der Zweck ſelbſt iſt verſchieden. Poeſie will auf die Phan- taſie wirfen, Proſa auf den Verſtand; jene will ergößen und rühren, dieſe un-
terrichten, überzeugen, und Geſinnungen,
und Entſchließungen bewirken. Zum Geiſt der Poeſie gehört nicht unbedingt Mex- trum, Nachahmung, Erdichtungz; Begei- ſterung aber, wiefern man darunter ver- ſteht Sprache der belebten Phantaſie, iſt ihr weſentlich.
Die Poeſie iſt älter als die Proſa,
d. i, die erſten Kompoſitionen, die durch
Tradition überliefert, oder ſchriftlich auf- gezeichnet wurden, waren poetiſch, anders hätten ſie nicht die Aufmerkſamkeit roher
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