Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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Ablaufen

ver Obenäauſſtehende mit dem Fuß in einer Maſche hängen bleibt, muß er gewiß, um- Fallen, oder ſich wohl gar beſchädigen,

Abſaufen, das Schiff läufr ab, ſo ſagt man, wenn ein fertig gebautes Schiff nunmehr von ſeinem Stopel, d, i. von der Grundlage, worauf es gebauet worden, ablaufen oder herunter gelaſſen werden ſoll, Es werven auf beyden Sei- ten neben dem Kiel zwey ſtarke runde Höl- zer gelegt, die nach hinten zu böher, als nach vorne zu, liegen, und alſo ſchräg nach dem Waſſer zu gehen. Dieſe Hölzer wer- den vorne bey den Vorderſteven mit Seife beſchmiert. Im Waſſer liegt eine Rinne, darinn der Kiel paßt. Soll nun das Schiff abgelaſſen werden, ſo werden die Stüßen weggeſchlagen, und es wird mit Schrauben hinten bey den Zinrerſte- „ven in die Höhe geſchraubt, wodurch es einen Schuß bekommt, über die vordern runden Hölzer gleitet, und ins Waſſer läuft;'

Ablaugen, die erſte Zurichtung des

- rohen Garns zum Färben, indem man es durch eine zute Aſchenlauge durchziehet, gzut ausringet, und nachher in Flußwaſſer Zut ausſpület, damit es zur Annehmung „der Farbe milder werde.

Ableger, Einleger, Senker, Senfreiſer, Schnittling, ein Zweig, der feine Wurzel hat, ſelbige aber hernach erlangt, und dadurc< zu einer ganzen und beſondern Pflanze Femacht wird, Ob nun zwar wohl der Saamen für das beſte Mit- tel der Vermehrung der Pflanzen zu halten iſt, ſo geſchieht doch das Wachsthym man- "her aus vem Säamen gezogenen Bäume weniger geſchwind, und viele fremde"Däu- me, auch öfters andeye Pflanzen, tragen

Ableger 37

Gey uns ſelten reifen Saamen, daher man ſelbige auf dieſe Art zu vermehren bemuht ſeyn muß. Dieſemnarh heißtSchnittling ein junger Trieb, oder einjähriger Wuchs von einem Strauche oder Baume, welcher unrer dem Rnoten alſo abgeſchnitten worden, daß ein Stüfchen von dem über» jährigen Holze daran hängen bleibe, und, indem dieſer Theil in die Erde geſteckt wird, "Wurzeln treibe, und eine ganze Pflanze aiismache, Um aus den Schnittlingen junge Bäume zu ziehen, muß man gewiſſe Regeln beobachten, und die Zweige ſelbſt gehörig dazu vorzubereiten ſuchen, Herr Müller will die Schnittlinge von den im» mergrünen Bäumen im Herbſte ſchneidenz du Hamel aber hat dergleichen von Buchs- und Sadebaum zum Wurzeln gebracht, die zu Anfange des Märzes abgeſchnitten waren, Am beſten iſt es, die Schnittlin- ge abzuſchneiden, ehe die Bäume zu trei- ben anfangenz die von den frühzeitigen Bäumentſollen zu Anfange des Hornungs, von ſpätern im März, geſchnitten werden, weil ſo lange die Bäume rioch nicht kreis ben, und die Schnittliunge am Baume wer niger ausfro&nen, als wenn ſie abgeſchnit= ten ſind, Beſonders muß man vermeiden, dieſelben zu ſpäte zu ſchneiden, weil die Bäume im Frühlinge Wurzeln treiben, ehe ihre Zweige grün zeworden ſind, Aus diejer Urſache kann mon die Reiſer, die man in dem Treiohauſe auf Lohbeeten zum Bewurzeln zwingen will, viel eher abſchnei» den. Hatman Zeit und Gelegenheit, dur Binden vorher Wülſte zuwege zu bringen, fo tol ſolches nicht unterlaſſen werven, weil das Anſchlagen der Schnitelinge dadurch gewiſſer gemacht wird» Denn man weiß, daß der, zu Bildung neuer Wurzeln be ſtimmte Saft anjänglich an einem Orte ei- ne Wulſt anſeße, aus welcher hconach die

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