Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1779)
Entstehung
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502 Achtes Hauptſtück,

6. 613.:

Daß bey der Reducirung der von den Bauern in ungemeſſenen Dienſten zu verrichtenden Wirthſchaftsgeſchäfte nicht der gemeine Schlendrian, wie die Batern gemeiniglich ; zu dienen pflegen, ſondern ein mäßiger Fleiß zum Grunde zu legen. . Wollte man hiebey dasjenige, was die Bauern bey den Dienſten nach dem ge- wöhnlichen Schlendriaa in einem Tage verrichten, zum Grunde legen, ſo würde an den meiſten Orten, wo dergleichen ungemeſſene Dienſte eingeführet ſind, eine nicht zu überſehende ungeheure Menge von Dienſtragen heraus kommen, ob gleich die Erfahrung gelehret hat, daß die Baueru bey dieſen ihren Dienſten nicht zu Grunde gegangen, ſon- „dern ganz gut beſtanden ſind.

Nur das, was ein Bayer bey einem mäßigen Fleiß nach Verſchiedenheit der Wirthſchaftsgeſchäfte mit ſeinem Geſpann oder Leuten verrichten kann+ muß hiebey ange nommen werden.;

- I< bediene mich dabey wohlbedächtlich des Ausdrucks von einem mäßigen FSteiße, und habe dabey den ſchon oben bemertten Rath des Mevius, non quid extreme per vires, ſed quid commode his ſalvis poſſint, zum Augenmectk.: 7

Die Mittelſtraße iſt in allen Dingen die ſicherſte, und ein übertriebener Fleiß würde von keiner anhaltenden Dauer ſeyn können, ſondern beydes, Geſpann und Seſinde, zuleßt dabey zu Grunde gehen müſſen.

Sonſt iſt kein Zweifel daran zu kragen, daß,nicht ein Bauer, bey einer ſolchen Dienſtverfaſſung,-auch in den herrſchaftlichen Geſchäften, allen möglichen Fleiß anwen- den wird, indem er, je eher er ſolche verrichtet, deſto mehrere Zeit zu ſeinen eigenen Ar«- beiten übrig behält.

Sein eigener Nußen iſt alſo ſchon ein genungſamer Bewegungsgrund, ihn zu dem gehörigen Zleiß zu ermuntern.

Man kann ſicher annehmen, daß ein Bayer, der die herrſchaftlichen Wirchſchafts- Geſchäfte ohze Beſtimmung einer gewiſſen Zeit beſorgen muß, in einem Tage mehr ver» richtet, als von einem andern, welcher nach Tagen zu dienen ſchuldig iſt, nicht in dreyey

geſc<iehet.

1: 21 097: GLHs Der Verfaſſer beziehet ſich deßhalb auf ſeine hierunter bereits 5, 12x. gegebene Anweiſun,

Wie viele Zeit aber zu einem jeden Wirthſchaftsgeſchäfte bey Anwendun eities mäßigen Fleißes nöthig ſey, davon habe ich bereits in dem gegenwärtigen achten ZAW 40 EE- und zwar deſſen erſten Abſchnitt 6. 121. Nota 4, eine umſtändliche Anweiſa:ng hy gegeben.

'| Dieſe Anweiſung wird hierunter nicht ohne Nugßen ſeyn, ſondern be j . Diel ung unte!, y Berechnüt ug

der Zeit,. die zur Vollbringung eines jeden Wirchſchaftsgeſchäftes ich i

füglich Wen WDE können. NA fWgeRONGB erforderli, Mn

„Sd) have dabey zwar die gewöhnliche Faulheit der Bauern die man bey ihr. nach Tagen eingerichteten Dienſten wahrnimme, gänzlich verbaunet, zugleich pos<

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