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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
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2. Abſchn, Schafraſen. (477) Die Widder haben zwey bis vier Hörner, welche aber nicht ſo ſtark geriffelt und gewunden ſind, wie bey den ſpaniſchen; auch ſind die Schafe öfters gehörnt. Seine grobe ſtraubige Wolle iſt- häufig mit ſteifen, aus der Wolle hervorragenden== aber auch mit ſehr feinen, ſeidenartigen Haaren vermiſcht,

Das jütiſche Schaf. 7 6. 58, Das jütiſche Heidſchaf, welches'in Paarung und Cultur ganz vernachläſſigt wird, verdient um ſo mehr Auf- merkſamkeit, als es, trotz dieſer ihm nachtheiligen Umſtände, eine ſehr brauchbare Wolle liefert,

Das norwegiſche S< af.;

9. 59. Das norwegiſche Schaf iſt durch die mit Er- folg unternommenen Veredlungen mit engliſchen Schafen mit dem Däniſchen eines und daſſelbe, und kann höchſtens als eine Abart davon angeſehen werden.

Das färoeiſche Schaf,-

6. 60. Das färveiſche Schaf iſt ſehr grobwollig, ge- hörnt und wirft ſeinen Pelz 0 allen ſchlecht gehaltenen gr0- ben Schafen, jährlich ſelbſt ab. Es iſt gewöhnlich ſo wild, daß es entweder geſchoſſen oder mittelſt Garn gefangen werden muß. Uebrigens genießt es auch nicht der geringſten Pflege, und muß ſogar den Winter im Freyen zubringen, Dieſe Schafe ſtammen aus Jsland und Schottland. Die Brunſt tritt im December ein ,' und man gebraucht öfters"ſchon balbjährige Widder zur Vegattung; ein Beweis, wie ſehr die Zucht vernachläſſigt wird,

Das nordiſche Schaf.

6. 61, Das ruſſiſche vder nordiſche Schaf iſt auf den nördlichen Steppen Rußlands, auch in Finnland und In= germannland allgemein verbreitet. Es hat einen langen glatten Kopf, mit beynahe geraden aufrecht ſtehenden Ohren, feine ſchlechtgeſtellte Füße, und einen furzen, nur 6 Zoll langen

<wanz. Bauch und Schwanz ſind mit Haaren beſetzt, unter welchen ſich grobe Wolle befindet. Es widerſteht der ſtärkſten Kälte, und hält ſogar in Sibirien aus, wo es jedoch kleiner wird. In den uraliſchen Gebirgen kommt es im ausgebildetſten körper- lichen Zuſtande vor. Fette niedere Weide ſagt ihm nicht zu, und deſſen Wolle iſt in derley Localitäten kaum zu ganz grobem Tuche tüchtig, So ſchlecht und grobhaarig dieſes Thier auch iſt, ſo läßt es ſich doch mit andern Raſſen ſehr veredeln,

Das tſcherkaſſiſche S<af.

6.62, Das tſcherkäſſiſche 9dey krimmiſche Schaf findet man in dem europäiſchen Rußland, ſüdwärts der Oka, um den Kaukaſus, in Syrien, in den weſtlichen Theilen der Bar- barey und in Podolien. Es iſt wohlaebildet; der Widder hat gewöhnlich kantige und das Mutterſchaf runde Hörner. Seinen langen, mit Wolle bewachſenen Schwanz ſchleppt es faſt auf der Erde; an ſeiner Spige bildet er eine Quaſte, faſt wie bey einem Löwenſchwanze, Man zählt an demſelben bis über 20 Wirbel- beine.-- Es trägt Wolle, welche von aller Beymiſchung der

aare frey und zur Beredlung ſehr fähig iſt. Die Lämmer der tſcherkaſſiſchen Schafe werden gemeiniglich mit einer zarten, in ſchöne kleine Lo>en gefräuſelten oder artig gewellten Wolle ge: