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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
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Schafzucht. 4. Abſchn, Geſchäfte im Januar,

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Geſundheitszuſtand der Heerden zu beurtheilen, um für den Fall, daß. die ganze Heerde oder einzelne Stüc>e an Krankheit leiden, die nöthigen zweckmäßigen Vorkehrungen zu treffen.

Man nimmt als allgemeine Kennzeichen des Geſundheits-

zuſtandes an:

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a) Eine weidende geſunde Heerde hält bey Annäherung eines Fremden etwas an, zeigt durc) das Aufſtoßen ihrer Füße Muth, und läuft aufgeſchre>t ſchnell zuſammen.

b) Eine geſunde Heerde verläßt munter den Stall, und die Stärkern beeilen ſich, voraus zu ſeyn. Die Schwächern ſind in der Negel die Nachzügler darunter.

c) Bey bevorſtehendem Wetterwechſel ſtoßen ſich geſunde Schafe gern, und laſſen aufgeſchret. den Harn ab, miſten gehend,

ſehen dabey wohlbeteibt aus, haben keine eingefallenen Hun-

gergruben, ſaufen wenig und ſelten,

d) Oeffnet man mittelſt des Daumens beider Hände die Au- gen, und erbli>kt man an der weißen Haut derſelben viele mit Blut hochroth gefärbte feine Aederchen,» ſo iſt. das Schaf geſund.

e) Auch zeigt die kahle Schnauze durch eine röthliche Farbe den geſunden Zuſtand an, wenn die Oefſjnungen der Naſe zwar feucht, aber nicht von angehäuftem Schleime ſchmie-

rig iſt, Zugleich: muß das Zahnſteiſch eine geſunde roſen- rothe Farbe haben.

F)-Spaltet man den Schafen die Wolle, ſo muß im geſunden Zuſtande die Haut ſchön roſenügth ſeyn. Cine weißliche bleiche Farbe würde das Gegenthkil beweiſen.

2) Bey geſunden Schafen muß die Wolle auf dem Körper feſt ſigen und ſich nicht leicht ausreißen laſſen 3; auch die Wolle ſelbſt darf nicht leicht zerreißbar ſeyn: was ſonſt Schwäche des Thicres und Kraft- und Nervloſigkeit der Wolle beur- kunden würde,

h) Die Wolle von geſunden Schafen muß eine lebhafte Farbe und Glanz haben. Der Anbli> matter Wolle ſetzt Krank- heit voraus,

3). Iſt der Blick des Schafes matt, läßt es die Ohren ſinken, iſt der Zuſtand deſſelben traurig, entfernt es ſich im Stalle von den Übrigen, geht es früh vom Freſſen und legt ſich nieder, wird das Wiederkauen zu ſchnell oder gar nicht ver- richtet, ſo iſt das Schaf in einem krankhaften Zuſtande.

k) Schafe, welche öfters ſchneller, als 1andere, dem Waſſer zulaufen, um zu ſaufen, werden in der Regel bald krank, oder ſind es ſchon.!

1) Bey kranken Schafen witd der Harn ſeltner und im Gan- zen in einer geringen Quantität entweder waſſerhell, oder von einer mehr. braunen Farbe entleert. Auch folgt der Ab- gang des entwedex mehr feſten, oder mehr feuchten Miſtes ſeltner. Nur das dünne Miſten erfolgt Öfter.

m) Kranke Schafe haben, wenn ſie nicht aufgebläht ſind, mehr oder weniger eingefallene Hungergruben z wovon je- doch das Alter eine Ausnahme macht,-

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