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die unſicherſten Gewährsmänner in unſerer vaterländiſchen Geſchichte. Beide behauptett, ohne ihre Quellen anzugeben? Kaiſer Heinrich, Auceps genannt,, habe im Jahre 927 theils ver- ſchiedene ſeiner Hof- und Militärbedienten in den Adelſtand erhoben, theils viele ſächſiſche ad- liche Familien ins Land gezogen und ihnen Beſikungen und Lehngüter gegeben. Sie machen ſo- gar die Familien der leßteren namhaft. Allein das ganze Faktum iſt aus gleichzeitigen Schrift- ſiellern noch nicht gehörig erwieſen, vielmehr wird es aus hiſtoriſchen Gründen wahrſcheinlich, daß dieſe fremden Familien aus Sachſen, Weſtphalen und den Niederlanden erſt unter“ Albr o<t dem Bären in die Mark. Brandenburg verſeßt wurden, denen unter den Baieriſchen und Zoll«r1- ſchen Fürſten noch verſchiedene aus Baiern, Tyrol und Franken folgten. Erſt mit dem zwo«“(- ten Jahrhundert, wo die Gauen aufhörten und die Grafſchaften erblich wurden, fing der Adel an, ſich nach ſeinen Gütern und Dörfern zu benennen. Won dieſem Zeitraum an laſſen ſich die einzelnen Familien als Zeugen unter den Urkunden der Kirchen und Klöſter unterſcheiden. Das 12te Jahrhundert iſt alſo für den märkiſchen Adel, in Abſicht ſeiner Ahnherrn, der äußerſte Grenzſtein. Gern will ich aber manchen alten Häuſern die Hypotheſe laſſen, wenn ſie mit ih- ren Stammtafeln bis in das neunte, oder wohl gar das ſiebente AUEDUnNN zurückgehen wollen. Um hiſtoriſche Evidenz iſt es dieſen nicht zu thun.;
Der Adel war in der Mark nach und zu den Waldemariſchen Zeiten am„mächtigſten, da er von den damaligen Unruhen den größten Vortheil zog. Seine Macht ward von dem Fauſtrecht und von dem Fehdegeiſt begünſtigt: Aber ſeit der Erſcheinung der Hohenzoliernſchen Fürſten fiel ſein Anſehen. Der allgemeine Landfriede ſchränkte ſeine, nicht ſelten gemißbrauchte, Macht in gehörige Grenzen ein." Er ſahe ſich genöthigt, der überwiegenden Macht der Landesherrn zu huldigen, ſeine Güter von ihnen. zu Lehn zu nehmen, und in ihre Dienſte zu treten. So gaben nach und nach ſiehende- Heere, zunehmende Kultur und andere Zeitumſtände dieſem Stande eine würdigere und. dem Vaterlande nüßklichere Beſtimmung.
Was der Adel ehedem zu vernichten ſuchte, die Macht des Fürſten, ſichert jeßt ihm die Fortdauer ſeiner politiſchen Exiſtenz; ſie zu erhalten, das Vaterland und den König zu. vertheidi- gen, iſt jet ſeine. hauptſächlichſte Beſtimmung. Er verwaltet die höheren Militärſtellen. Die höchſten Civilſtellen, Hofämter und Stiftsſtellen ſind ihm faſt ausſchließlich beſtimmt. Ein: großer Theil aber bewohnt und bewirthſchaftet ſeine Landgüter ſelbſt. Die Vorrechte des"Adels ſind bedeutend. Er iſt, in der Regel, nur dem höchſten Gerichtshofe in der Provinz unterworfen, iſt ausſchließlich zum Beſiß der Rittergüter berechtigt, und kann die damit verbundene Patrimo- nialgerichtsbarfeit, in erſter Inſtanz, durch beſtätigte Juſtitiarien ausüben.. Er allein kann Gü- ker in Familien- Fideikommiſſe verwandeln.*) Ehedem war der Adel verbunden, dem Landes-
*) Die übrigen Vorzüge der adlichen Gutsbeſitzer* das Recht der Landſtandſchaft, der Jagd, Fiſcherei» Brauerei und Brennerei, zum eigenen Bedarf, haften nicht auf Perſonen, ſondern auf den Gütern, und kommen aljo guch dem Beſitzer derjelben aus jedem andern. Stande zu«


