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der einte mit dem Finow- Kanal in Verbindung ſteht, geht über Oranienburg auf der Grenze zwiſchen dem Havelländiſchen und Niederbarnimiſchen Kreiſe nach Spandow, wo die von Berlit fommende Spree ſie anſehnlich vergrößert. Won Spandow bis Potsdam trennt ſie das Ha- velland*) vom Teltowiſchen Kreiſe. Von Potsdam erſirec>t ſie ſich in mannigfachen Krüm- mungen auf der Grenze zwiſchen dem Zauchiſchen Kreiſe und dem Havellande bis Plaue. Die Stadt Brandenburg wird von ihr umfloßen, und durch einen Arm in die Alt- und Neuſtadt ein- getheilt. Bei Plaue nimmt ſie, in dem Plauer See, den, von der Elbe kommenden Neuen „Friedrichsgraben oder Plauer Kanal auf: Darauf macht ſie von Brieſt att, bis an
die Prigniß die natürliche Grenze zwiſchen dem Havellande und"dem Herzogkhum Magdeburg. Auf dieſem, ebenfalls ſehr gefrüimmten Laufe berührt ſie Prikerbe und Nathenow, vereinigt ſich, im Lande Rhinow mit dem Nhin und der Doſſe, tritt in die Prigniß ein, umfließt die Stadt Havelberg, und wird, der Stadt Werben gegenüber, beim Havel-Ort, von der größern Elbe ver- ſchlungen. Die Havel, welche von Fürſtenberg an ſchiffbar iſt, hat ſehr flache Ufer, iſt nicht mit Deichen eingefaßt, und kritt daher ſehr leicht über: ſie durchfließt ſehr viele Seen, hat ſehr große Krümmen und eben daher einen langſamen Gang. Zum intern Handel iſt die Hävel in dev Kurmark der nüßlichſte Fluß.
Die zum Havelgebiet gehöriget Nebenflüſſe:
Die Spree, als der hierher gehörige Hauptfluß, macht ein eigenes Flußgebiet aus, und muß daher beſonders aufgeführt werden.
Die Doſſe entſpringt bei dem Mecklenburgiſchen Dorfe Maſſow, fließt vor Freienſtein vorbei, umſtrömt die Stadt Wittſto>, geht bei dem Dorfe Doſſe vorüber, nach Wuſterhauſeit, nimmt die Flsöth auf, ſeßt bei Reuſtadt und dem Hohenofen verſchiedene Werke in Bewe- gung, vergrößert ſich durch die Aufnahme der Jägelit, tritt, vermittelſt des Bültgrabens, mit dem Rhin in Verbindung, und fällt bei Vehlgaſt in die Havel. Dieſer reißende Fluß iſt von Doſſe an flöß- und von Hohenofen an ſchiffbar, und könnte es noh weiter werden, wenn er gerade geſtochen würde.
Die Jägelik entſteht in dem Prignikiſchen Dorfe Schönebeck und theilt ſich ſogleich in zwei Arme,“wel- <e ſich bei der Stadt Kyritß wieder vereinigen. Bei Kyritz erhält ſie erſt ihren Namen, den ſie aber bei Neuendorf mit dem des Schwarzwaſſers vertauſcht. Nachdem ſie zuvor durc< Gräben mit der Doſſe in Verbindung gefommen iſt, fällt ſie bei Vehlgaſt in die Havel. Zur Flöſſerei iſt die Jägelißß zu klein.
Der Rhin kritt unweit Zechlin aus dem großen Prevelo- und Schwarzett- See hervor und er- hält bei Rheinsberg, ſobald er ſich vom Grinerickſee trennt, ſeinen- Namen, nimmt bei
*) Im Havellande macht die Havel, im Zuſammenhange mit dem Heiligenſee, Jungfernſee, Fahrländiſchen See, Schwielowſee, der Wublit und einem aus dieſer" nam dem Fahrländiſchen See gehenden Kanal, eine Inſel, der Potsdamſ<e Werder genannt, welhe-ungefähr 4 Meilen im Umfange hat.


