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Die Krankheiten der landwirtschaftl. Kulturpflanzen und ihre Bekämpfung : Leitfaden für praktische und studierende Landwirte / von E. Riehm
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Getreide. 23 hervortretenden farblojen Keimſchläuche dringen in die Fruchtwand des reifenden Weizen- oder Roggenkornes ein und beeinträchtigen die Ent- wicklung um ſo mehr, je früher die Jnfektion ſtattfindet. Werden ſol<e ſchwach entwidelten Körner ausgeſät, ſo beginnt auch der Pilz zu wachſen, ſobald die nötige Feuchtigkeit vorhanden iſt. Beſonder8 günſtig ſind die Entwicklungsbedingungen für den Pilz unter den ſhüßenden Schneedec>e; die tiefe Temperatur hemmt ſeine Entwicklung nicht, dagegen findet er ſeuchte, ſtagnierende Luft und kann nun üppig wuchern und die wattebauſchähnlichen Mycelpolſterx auf den Getreide- pflanzen ausbilden. Sehr häufig verläuft aber die Keimung der infizierten Körner nicht normal, beſonders dann, wenn die Infektion des reifenden Kornes ſehr früh erfolgte. Die Keimlinge ſind dann jo geſ<wächt, daß ſie den Boden nicht zu durc<dringen vermögen, ſondern vorher zugrunde gehen. Würde der Sc<hneeſchimmel nur mit den Schmachtkörnern verbreitet, jo wäre er nicht allzu gefährlich, weil ja das Hinterkorn in Saatgutwirtſchaften ſowieſo von der Aus- ſaat ausgeſchloſſen wird. Häufig iſt aber die Infektion des reifenden Kornes nicht jo ſtark, daß die Kornauebildung merklich beeinträchtigt iſt. Die infizierten Körner erreichen vielmehr oft ihre normale Größe, beherbergen aber in der Fruchtwand die Pilzfäden des Schneeſchimmels. Daß das Korn in ſolchen Fällen tatſächlich kaum beeinträchtigt iſt, ſieht man daran, daß die Körner bei der gewöhn- lichen Keimprüfung im Sandkeimbett gut keimen. Bringt man aber die Körner auf dem Felde zur AuSſaat, jo ſind die Keimlinge doch zu ſchwach, um den Boden glatt zu durchbrechen. Sie winden ſich vielmehr fkorkzieherartig und gelangen nur zum Teil an die Oberfläche. Unter der Schneede>e kann dann das Fuſarium wieder zu üppiger Ent- wicklung kommen, ſo daß die Pflänzchen dann doch noh zugrunde gehen.

Zur Bekämpfung de38 Schneeichimmels iſt die Verwendung ein- wandfreien Saatgutes erforderlich. GSolc<es Saatgut erhält man durch ſcharfes Ausſieben der kleinen Schmachtkörnerx und außerdem durch Beizen des Saatgutes mit queckjilberhaltigen Beizmitteln. Als Bekämpfungsmittel gegen den Schneeſchimmel haben ſich Noggen- fuſariol und Weizenfuſariol von der Firma W. C. Fikentſcher in Marktredwitz(Bayern), Ujpulun von der Firma Fr. Bayer& Co., Leverkuſen b. Köln, ſowie Sublimat bewährt. Das Beizen wird genau nach der den Beizmi tteln beigegebenen Anweiſung durchgeführt.