die uns mit Freude und Stolz, die Feinde mit Furcht und Schrecken erfüllt.
Diese unsre militärische Einheit erscheint uns Deutschen der Gegenwart als das selbstverständlichste Ding von der Welt. Und doch ist in ihr etwas errungen und gesichert worden, was Deutschland lange Zeit hindurch auf das schmerzlichste und zu seinem größten Schaden hat entbehren müssen. Die unerschöpflichen kriegerischen Kräfte unsres Volkes blieben infolge seiner unglücklichen staatlichen Zerrissenheit durch lahrhunderte brach liegen und unser armes Vaterland war der Tummelplatz für die Heere Europas. Aber dann setzte ein Entwicklungsgang ein, der, wenn wir heut auf ihn zurück- blicken, eine geradezu erstaunliche Folgerichtigkeit aufweist, wenngleich er nur unter schweren Mühen und nicht ohne Rückschläge sich vollzog.
Er führte aus den verrotteten Zuständen des dreißigjährigen Krieges, da zuchtlose, beutegierige, aus allen Ländern und Ständen zusammengeworbene Banden das Kriegswerk trieben“ und die alten Milizaufgebote der Bevölkerung zur Landes- verteidigung völlig unbrauchbar geworden waren, zu Ein- richtungen, die das Vorbild für alle übrigen Kriegsmächte der Welt abgegeben haben.
Er überwand wenigstens grundsätzlich bereits im 18. Jahr- hundert den Gegensatz von Söldner- und Milizheer, an dem die französische Heeresverfassung weit länger krankte und der in England bis auf den heutigen Tag besteht.


