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Paul. Ach, garnichts.
Frau Tillmann. Was habt Ihr denn den Nachmittag über gemacht?
Paul. Robert hat mir ſeine Elektriſiermaſchine gezeigt. Und da haben wir uns was erzählt.
Frau Tillmann(zu Pauh). Aber wie Du ausſiehſt, Paul, Dein Hemdkragen iſt ja ganz zerknittert. Was habt Ihr nur gemacht?
Paul. Ach Gott, Robert wollte mir nur was zeigen. Und da bin ich ausgeglitten und hingeſchlagen.
Robert. Das iſt gelogen. Es war etwas ganz anderes.
Frau Tillmann. Was hat es denn gegeben?
Paul. Es war wegen der Schularbeiten. Da haben wir uns geſtritten.(Leiſe zu Robert.) Halt doch Dein Maul.
Robert. Du kannſt den Mund nicht aufmachen, ohne zu lügen.
Frau Tillmann. Kinder! Kinder, ſeid doch vernünftig. Ihr habt gewiß viel zu arbeiten?
Paul. Ich mache überhaupt keine Präparationen.
Robert. Na, wer’s glaubt. Renommiere nur nicht!
Paul. Wozu hätten wir denn unſere Verſionen?
Robert. Da kämſt Du bei uns hübſch an.
Frau Tillmann. Was leſt Ihr denn jetzt im Lateiniſchen?
Paul. Cicero. De imperio Gnei Pompeji bei Pro⸗ feſſor Becker.
Robert. Das haben wir auch bei ihm auf der Sekunda gehabt.
Paul. Natürlich, er rappelt das ſeit fünfundzwanzig Jahren herunter. Darum braucht er auch ſelbſt nichts mehr zu arbeiten.
Frau Tillmann. Aber Paul, wie kann man ſo von ſeinen Lehrern ſprechen!(Nimmt eine Handarbeit vor.)
Paul. Es iſt doch die reine Wahrheit.
Robert. Was habt Ihr jetzt im Griechiſchen?
Paul. Xenophon— die elende Anabaſis beim Profeſſor Hippler.
Robert. Na, Du kommſt ja jetzt aus dem Penal. Da werden Dir die übrigen alten Herren geſchenkt.
Paul. Ich danke auch ſehr für ihre Bekanntſchaft.


