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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
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dingten Gehorsam geleistet. Schwing bestätigte dann, daß er selbst gesagt habe, man könne"die Sache ja leicht in Bad Nauheim machen, da sei es sehr ruhig“. Heinz habe nämlich vorher erzählt, man habe es in Frankfurt versucht, aber Wagner wäre ja laus keinem Lokal und keiner Straße herauszubekommenn. Auf weiteres Befragen gab Schwing zu, daß er von 1924 bis 1926 wiederholt mit Heinz zusammen war; im Herbst 1922 habe ihm Heinz eine mit Widmung versehene Fotografie von Kern geschenkt. Bis zuletzt will Schwing nicht daran geglaubt ha- ben, daß es zu einem Mord kommen sollte.

Friedrich Wilhelm Heinz, geb. 7.5.1899 Frankfurt, ledig, wohnhaft in Magdeburg, Schriftleiter des"Stahlhelm“. Kriegsteilnehmer 1915- 1917, später 1919 Grenzschutz in Schlesien, gehörte der Brigade Ehrhardt an und nahm am Kapp-Putsch teil. Nach kurzer Haft in Baden kam er nach Frankfurt, wo er v. Salomon, Kern, Tillessen und auch Wagner kennenlernte. Mitglied im Verband nationalgesinnter Soldaten!.

In der Vernehmung zur Sache wollte Heinz über die Person Wagners nichts gewußt haben, auch nichts über die Verdächtigungen gegen Wagner. Schwing dagegen halte er für einen guten und anständigen Menschen. Heinz leugnete das Bestehen einer Organisation C.

Als erster Zeuge machte der Vater des Angeklagten Schwing von sei-— nem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Dann bestätigt der Ange- stellte des Wasserwerks, daß in der fraglichen Nacht ein Mann kam und um Aufnahme ersuchte, keinesfalls aber zur Polizeiwache gehen wollte. Er habe ihn an das Krankenhaus verwiesen. Arzt und Kranken- schwester, die als nächste vernommen werden, berichteten von den Verletzungen des Wagner, sowie von seiner Angst und Verwirrung. Er habe angegeben, von mehreren, ihm unbekannten Männern überfallen worden zu sein.

2. Prozeßtag: Weitere Zeugenvernehmungen

Die mit Spannung erwartete Vernehmung des"Opfers“ Wagner brach- te nicht die große Enthüllung, auf die viele gehofft hatten. Als Mit- glied der Organisation Escherich sei er nach dem Kriege in Naumburg tätig gewesen, dann sei er nach Frankfurt gegangen, wo er Kern und Tillessen kennenlernte. Beide bat er auch später nach der Dithmar- Befreiung um materielle Hilfe. Er habe jedoch niemals mit Verrat gedroht. Einen diesbezüglichen Brief, in dem er schrieb, wenn er kein Geld bekäme, müsse er sich wohl der Polizei stellen, und dann käme die Naumburger Sache ins Rollen, schwächte er dahingehend ab, er hätte ins Ausland gehen wollen. Zur wirklichen Klärung trug Wagner nichts bei. Er verhielt sich zögernd und vorsichtig, und es sah stets so aus, als vermeide er alles, seine früheren Freunde zu belasten. Er machte vor Gericht keinen sehr günstigen Eindruck.

Der Zeuge Oberst a.D. v. Nostiz machte vor Gericht die interessante

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