ohne antreibung deß heiligen Geiſtes gewißlich nicht geſchehen. Er lobete Gott mit Pſalmen vnd Geiſtlichen Liedern / Betete jnniglich / vnnd wardt jhm nimmer die Predigt zu lang. Die heiligen Sacramenta hielt er in hohen ehren / brauchete gern vnd offt deß H Errn Abendtmal / hatte in Religions ſachen ein richtig Judicium / Gruͤndete allein auff die Bibliſchen Schrifft / vnd ließ jhm das Sectiren vnd Rottiren / deren die in Glaubens ſachen auff Menſchen vnd an⸗ dere euſerliche dinge ſehen / nicht gefallen. Er hat zwar auch als ein Menſch ſeine Gebrechen vnd Suͤnde gehabt / wie dann auch die allerheilig⸗ ſten: Der Mann nach dem Hertzen Gottes / Dauid vnd andere / ſchwere fellen gethan / vnnd keiner iſt der ſagen kan: Ich bin rein in meinem Hertzen / vnnd lauter von meiner Sünde. Pro⸗ uerb. ꝛ0. Aber dagegen iſt diß an jhm zu loben / daß er ſich auß Gottes Wort gerne ſtraffen vnd richten laſſen / die jenigen ſo jhm eingeredt / nicht gehaſſet / ſondern geliebet / ſeine Suͤnde erkandt vnd bekandt / vnd hertzliche rewe daruͤber getra⸗ gen / ſo ernſtlich vnd hefftig / das er offt wie ichs mit meinen Augen geſehen habe / vnnd mit war⸗ heit bezengen kan / threnen daruͤber fallen laſſen. Welches freilich ein anzeigũg eines Gottſeligen Gemuths
Druckschrift
Leichpredigt. Vber dem Tödtlichen Abgang, Weilandt des Edlen, Gestrengen vnd Ehrnvesten Hermans von der Malssburgk des Eltern seliger gedechtnus : Welcher den 9. Octobris dieses 97. Jahrs zu Odinghausen sanfft vnd Seliglich im Herrn entschlaffen, vnd folgends den 17. gedachtes Monats in der Kirchen zu Breuna Christlich zur Erden bestattet worden ist / Gehalten zu Odingkhausen, Durch Iohannem Brandis Dienern am Heiligen Wort Gottes zu Obern Elsingen, [Georgius Vietor]
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