Chriſiliche Leichpredigt. me Sicherheii nicht allein ʒeitliches/ ſoudern auch ewiges Ver⸗ derben vns auff den Halß ziehen wuͤrden.
Zum andern koͤnnen wir dieſe Prophetiſche Wort auch
venen alſoappliciren, daß wir ſie anſehen/ ut verba Dei comminã- „tis, id eſt. Darinnen Gott der HErꝛ durch dieſen trawrigen
„Fall/ als einen Vorbotten/ noch viel vnnd groß Vnglůck vns
,„will andraͤwen. Ach was kan das gutes bedeuten/ daß jnner⸗
uur ine halb zwey Monatsfriſt zween trewe Lehrer vnnd Seelſorges
vhu aſeu auß dieſer Kirchen vnnd Gemein geriſſen worden? Ach nichts
Dann reiſſet man an einem Hauſe die Pfeiler vnd Grundwerck
„ÿiogre ein/ was erfolget anders darauff/ als daß das Gebaͤw gar uber
S2. ein Hauffen faͤllet: alſo wo trewe Lehrer fallen/ da kan oder mag gemeiniglich nichts gutes/ ſondern allerley Vnheil vñ Verder⸗
ben erfolgen/ deſſen wir aber als dann erſt gewahr werden/ wañ es
ſelbſt kom̃et; Tunc n. demũ intelligimus bona noſtra, quan-
do ea, quæ in manibus habuimus, amiſimus; id eſt, als dann
mercken wir allererſt das gute/ wann wir deſſelben/ da wir es zu⸗
Pemonſra vor gehabt haben/ entrahten muͤſſen; Wiewol ſtund es in der
ſ erſten Welt ſolang Enoch Seth vnd Mathuſalem /vnnddie
an luv. fromme Ertzvaͤtter lebeten/ ſo bald ſie tod/ gieng es uͤbel her/ vnd
wurden alle von der Suͤndflut erſaͤuffet? Wiewol ſtund es/ da
Melchiſedec der Hoheprieſter/ Abraham/ Iſaac/ Jacob/ Jo⸗
ſeph vnd die lieben Patriarehen lebeten/ da ward Heil vñ Glůck
in der Welt; So bald ſie zu jhren Vaͤttern verſamblet wurden/
da gieng die Aegyptiſche Dienſibarkeit vnd alles Vngluͤct an:
Sᷣmulu ¶ Wiewol ſtund es da Samue der Prophet das Regiment hatte/
die andere Propheten vnnd Prieſter aber dem Gottesdienſt vn⸗
ter dem Volck recht abwarteten? So bald ſie ſich legten/ da
gieng alles übereinander/ biß endlich das Iſraelitiſch Reich gar
cn e gedempffei wurde. Wiewol ſtund es auß der Welt/ da Chri⸗
Aholrun ſtus vnnd ſeine lebe Apoſteln darauff wandelten vnd prediaten
das Evangelium allen Creaturen? Da brachte wn Fruc


